Pharmakonzern: Grünenthal sucht externen Vorstandschef, Beirat kritisiert Ex-Chef Stock

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Produktion bei Grünenthal

von Jürgen Salz

Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal will wieder einen familienfremden Vorstandsvorsitzenden ins Unternehmen holen.

Der Aachener Pharmahersteller Grünenthal will nach dem Abgang des bisherigen Vorstandschefs Harald Stock erneut einen familienfremden Manager an die Spitze des Unternehmens berufen. Das kündigte der Vorsitzende des Beirates, Hasso Kaempfe, an. Stock war der erste Vorstandschef, der nicht der Inhaberfamilie Wirtz angehört. „Wir fahnden wieder nach einem familienfremden, externen Manager“, sagte Kaempfe. Allerdings werde sich Grünenthal Zeit lassen: „Bis ein neuer Chef antritt, können durchaus noch sechs bis neun Monate vergehen.“

Erstmals äußerte sich mit Kaempfe ein hochrangiger Firmenvertreter zu den Gründen für die Demission des bisherigen Vorstandschefs. Zwar sei Stocks Strategie richtig gewesen, doch habe er es versäumt, die Belegschaft mitzunehmen. „Seine Strategie war und bleibt richtig. Herr Stock hat das Unternehmen gedreht, Randgeschäfte verkauft, Arbeitsplätze gestrichen, klare Verantwortlichkeiten geschaffen. Allerdings hat er bei der Umstrukturierung zu wenig Einfühlungsvermögen bewiesen.“ Indirekt bestätigt Kaempfe, dass das Verhältnis zur Belegschaft miserabel war. „Im Beirat hatten wir die Sorge, ob das gut geht. Denn Herr Stock hat es nicht geschafft, die Leute hinter sich zu versammeln. Es gab große Widerstände gegen ihn.“

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Zum Zerwürfnis, so Kaempfe, habe schließlich die Umorganisation des Unternehmens geführt:  „Der Beirat hat die Führungsaufgaben neu verteilt, vor allem um das Lateinamerika-Geschäft zu forcieren. Mit der neuen Organisation wollte sich Herr Stock nicht anfreunden.“

Da der Patentschutz für Grünenthals wichtigstes Schmerzmittel Zaldiar ausläuft, rechnet Kaempfe für das laufende Geschäftsjahr mit Umsatzeinbußen. „2012 lag unser Gesamtumsatz bei 973 Millionen Euro. Für 2013 erwarten wir aufgrund des Patentablaufs einen Rückgang. Durch zusätzliche Lohnaufträge für andere Hersteller konnten wir aber unsere Produktionsmengen stabilisieren.“

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