Pharmakonzern: Merck muss weiter auf die Tube drücken

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Pharmakonzern: Merck muss weiter auf die Tube drücken

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Merck-Chef Karl-Ludwig Kley: Das Pharmageschäft fest im Blick.

von Jürgen Salz

Der Chemie- und Pharmariese Merck hat für das dritte Quartal gute Zahlen vorgelegt und übertraf sogar die Erwartungen der Analysten. Ausruhen darf sich Konzernchef Karl-Ludwig Kley auf diesem Erfolg nicht.

Beim Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck trägt das Sparprogramm erste Früchte. Zudem profitiert der Konzern von der gestiegenen Nachfrage nach Flüssigkristallen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil bei der Produktion von LCD (Liquid Crystal Display)-Bildschirmen. Nach Zuwächsen beim operativen Ergebnis und Umsatz im dritten Quartal erhöhte Konzernchef Karl-Ludwig Kley die Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Merck steigerte im Zeitraum Juli bis September das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereinflüssen) um 15,6 Prozent auf 754,2 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 740 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern setzte 2,84 Milliarden Euro um - ein Plus von 12,2 Prozent.

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Für das Gesamtjahr traut sich Merck nun Gesamterlöse von 10,9 bis 11,0 Milliarden Euro zu - bisher wurden rund 10,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis soll zwischen 2,90 und 2,95 Milliarden Euro liegen. Bisher hatte Kley eine Spanne von 2,85 bis 2,95 Milliarden Euro genannt. Die Merck-Aktien stiegen im frühen Geschäft bei Lang & Schwarz gegen den Trend um 0,5 Prozent.

Schwächen im Pharmageschäft

Anfang September hatte Merck-Chef Kley den Abbau von 1100 Stellen in Deutschland angekündigt – das entspricht immerhin zehn Prozent der Belegschaft in Deutschland. Der Stellenabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen und 2015 abgeschlossen sein. Zuvor hatte Kley bereits am Standort Genf den Abbau von 600 Arbeitsplätzen abgebaut. Künftig will Merck so jährlich 300 Millionen Euro einsparen.

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Die Maßnahmen sind Teil des Effizienzprogramms „Fit for 2018“, durch das Merck wieder wettbewerbsfähiger werden möchte. Der Umbau war auch notwendig geworden, nachdem Merck im Pharmageschäft in den vergangenen Jahren geschwächelt hatte. Seit Jahren ist den Darmstädtern keine spannende Neuentwicklung mehr gelungen. Zuletzt scheiterte Merck mit einem Mittel gegen Multiple Sklerose, das die letzten klinischen Tests nicht bestand.

Oschmann sorgt für frischen Wind

Seit Januar 2011 soll nun Pharma-Chef Stefan Oschmann, der vom US-Namensvetter Merck & Co. kommt, das Medikamenten-Geschäft wieder auf die Spur bringen. Vorgänger Elmar Schnee musste nach einer Reihen von Misserfolgen und Managementfehlern gehen. Oschmann trennte sich von wenig aussichtsreichen, aber riskanten Projekten, förderte erfolgversprechende Felder wie die Onkologie und heuerte eine Reihe externer Führungskräfte an. Ob Oschmann mit seiner Strategie Erfolg hat, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Die Entwicklung neuer Medikament nimmt etwa zehn Jahre in Anspruch.

Mit Material von Reuters

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