Pharmakonzern: Pfizer vor Abspaltung der Tiermedizin-Sparte

Pharmakonzern: Pfizer vor Abspaltung der Tiermedizin-Sparte

, aktualisiert 26. November 2011, 09:21 Uhr
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Das Logo an der Pfizer-Zentrale in New York.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Verkauf scheint vom Tisch: Pharmariese Pfizer tendiert momentan aus Steuergründen zu einer Abspaltung seiner Tiermedizin-Sparte. Zum Geschäftsteil mit Ernährungsprodukten ist wohl noch keine Entscheidung getroffen.

New YorkDer weltgrößte Pharmakonzern Pfizer steuert offenbar eher auf eine Abspaltung als auf einen Verkauf seiner Tiermedizin-Sparte zu. Auf diese Weise käme keine größere Steuerlast auf das US-Unternehmen zu, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Pfizer hatte im Juli angekündigt, für die Tiermedizin und auch für die Sparte Säuglingsernährung Optionen wie einen Verkauf oder eine Abspaltung auszuloten. Vorstandschef Ian Read hatte dafür einen Zeitrahmen von zwölf bis 24 Monaten veranschlagt.

Die Tiermedizin sei mit zu vielen Kartellthemen und Steuerthemen befrachtet, sagte ein Eingeweihter. Pfizer rate Interessenten, sie sollten zurückzurudern, da es eine Kapitalmarkttransaktion werde, „ein Ausgliedern und kein Verkauf“, fügte er hinzu. Nach Berechnungen des Bankhauses Credit Suisse könnte der gemeinsame Wert der Tiermedizin sowie der Ernährungssparte bei 25 bis 32 Milliarden Dollar liegen.

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Bei einem Verkauf wären aber hohe Steuern auf Kapitalerträge fällig. Von Pfizer war zunächst keine Stellungnahme dazu erhältlich. Bei dem Konzern hatte es zuletzt geheißen, eine Ankündigung zu den beiden Sparten werde es wohl vor 2012 nicht geben.

Analysten hatten bereits im Fall der Tiermedizin auf Kartellprobleme aufmerksam gemacht, sollte mit Bayer, den US-Rivalen Eli Lilly und Merck & Co, der Schweizer Novartis, dem französischen Konkurrenten Sanofi einer der großen Rivalen in dem Geschäft die Sparte erwerben. Vor einigen Monaten hatten beispielsweise Sanofi und Merck & Co ihre Pläne zur erneuten Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in der Tiermedizin wegen Wettbewerbshürden begraben.


Entscheidung zur Ernährungssparte steht aus

Besondere Geduld brauchen wohl die Interessenten für die Ernährungssparte. Den Kreisen zufolge benötigt Pfizer für eine Prüfung der Geschäfte länger als ursprünglich gedacht. „Bieter hatten gehofft, im November klarer zu sehen, aber das dauert länger“, sagte einer der Insider. Es werde immer noch von einer Entscheidung im nächsten Jahr gesprochen. Aber derzeit sehe es so aus, dass es eher später als früher sein werde.

Nach Einschätzung eines Investmentbankers könnte es darauf hinauslaufen, dass die Tiermedizin abgespalten und die Ernährungssparte verkauft wird. Pfizer könne voraussichtlich bei der Ernährungssparte einen ausreichend hohen Aufschlag erzielen, um die Steuerlast auszugleichen.

Das Geschäft mit Produkten zur Kleinkindernährung war 2009 im Zuge der 68 Milliarden Dollar schweren Übernahme des heimischen Rivalen Wyeth zu Pfizer gekommen. Großkonzerne aus der Lebensmittelbranche wie Danone, Nestle und auch Heinz könnten daran interessiert sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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