
Auf den ersten Blick haben der Fußball-Bundesligist und der Pharma- und Chemiekonzern aus Darmstadt nicht viel miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick ergeben sich aber doch einige Gemeinsamkeiten:
Beide Organisationen haben an Schlagkraft eingebüßt.
Beide versuchen mit neuen Managern von außen, wieder nach vorn zu kommen – der 1. FC Köln mit seinem umstrittenen Sportdirektor Volker Finke; Merck mit Pharma-Chef Stefan Oschmann.
Vor allem aber übt Karl-Ludwig Kley beide Male Leitungsfunktionen aus: Bei Merck führt er die Geschäftsführung, beim 1. FC Köln den Aufsichtsrat.
An diesem Dienstag ist Kley vor allem in seiner Eigenschaft als Merck-Chef gefragt. Auf der Bilanz-Pressekonferenz des Dax-Konzerns präsentierte er für das Jahr 2011 eher durchwachsene Zahlen. Der Umsatz des Pharma- und Chemiekonzerns stieg zwar um 11 Prozent auf über zehn Milliarden Euro; das operative Ergebnis sank jedoch um 11,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
Merck-Aktie verliert leicht
Vor allem hohe Abschreibungen drückten den Gewinn. Zum einen wirkten sich dabei Belastungen aus der Übernahme des US-Laborausrüsters Millipore aus.
Zum anderen stoppte Merck, nachdem sich die großen Hoffnungen nicht erfüllt hatten, die Entwicklung des Multiple-Sklerose Präparats Cladribin und des Parkinsonmittels Safinamid; die damit verbundenen Kosten schlagen nun ebenfalls zu Buche. Nach der Bekanntgabe der Zahlen verlor die Merck-Aktie leicht.
Seit Jahren hat Merck kein eigenes, neues Pharma-Präparat mehr auf den Markt gebracht, auch beim Nachschub sieht es mager aus. Der neue Pharma-Chef Stefan Oschmann, der vom US-Namensvetter Merck & Co. kam und sein Amt im Januar 2011 antrat, soll nun die chronische Innovationsschwäche beseitigen.
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