Pirelli Kalender : No Sex, please

Pirelli Kalender : No Sex, please

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Punk- und Rocksängerin Patti Smith (Copyright Leibovitz für Pirelli)

Der Pirelli-Kalender zählt zu den bekanntesten der Welt. Namhafte Fotografen lichten kaum oder nicht bekleidete Frauen ab. Die Ausgabe 2016 bricht mit dieser Tradition.

Karl Lagerfeld, Helmut Newton, Annie Leibovitz, Bruce Weber: Die Liste der namhaften Fotografen, die für den italienischen Reifenhersteller Pirelli den Kalender fotografiert haben, ist beeindruckend. Seit 1964 erscheint das Werbemittel des Automobilzulieferers. Bekannt geworden ist der Kalender einerseits durch seine Limitierung und den Umstand, dass er nur verschenkt und nicht gekauft werden kann. Aber auch die Tatsache, dass die meisten Jahre Aktfotos enthielten - oftmals mit angedeuteten oder nur auf den zweiten Blick zu erkennenden Reifenspuren - hat ihn berühmt gemacht.

Bis auf die ersten Jahre und einige Ausnahmen waren die dargestellten Frauen stets zumindest teilweise unbekleidet. Dem Kunstbuchverlag Schirmer/Mosel waren die Kalender im Jahre 2007 dennoch eine eigene Veröffentlichung wert, derart hochgepriesen war für sie die dargestellte Fotokunst.

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Die Fotografin Annie Leibovitz hat nun nach der Ausgabe für das Jahr 2000 erneut zur Kamera gegriffen. In ihr New Yorker Studio lud sie Sängerin Patti Smith, Tennisspielerin Serene Williams und zahlreiche andere Frauen, die in ihrer Branche erfolgreich tätig sind. Leibovitz bricht damit zwar nicht als erste mit der langen Tradition. Aber sie legt erneut einen anderen Schwerpunkt als Vorgänger wie Terry Richardson oder Peter Lindbergh.

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„Ich wollte, dass die Frauen auf den Fotos genau so erscheinen, wie sie wirklich sind", beschreibt Leibovitz ihre Vorstellung. Für den 2000er-Kalender hatte sie noch Tänzerinnen in klassischen Aktaufnahmen inszeniert. Leibovitz gilt als penible Arbeiterin, die viel Zeit in die Vorbereitung und Planung steckt und dafür erst nach langer Zeit mit wenigen Ablichtungen ihre Vorstellungen umsetzt. Unter Eingeweihten wird der Kalender auch schlicht "The Cal" abgekürzt, denn trotz seines Rufs ist er nicht käuflich zu erwerben. Wer einen bekommt, gilt ebenfalls als Geheimnis. Genauso wie die Frage, ob sich Pirelli damit endgültig vom Konzept des Aktes für den Kalender verabschiedet hat.

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