Preisabsprachen bei Autoblechen: Kartellamt stellt Verfahren gegen Stahlkocher ein

Preisabsprachen bei Autoblechen: Kartellamt stellt Verfahren gegen Stahlkocher ein

Erleichterung in der europäischen Stahlbranche. Der Verdacht, dass es illegale Preisabsprachen bei Autoblechen gegeben haben könnte, ist vom Tisch. Das Bundeskartellamt hat seine Ermittlungen eingestellt.

Nach fast zweijährigen Ermittlungen hat das Bundeskartellamt am Mittwoch das Verfahren wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen gegen drei führende europäische Stahlkocher eingestellt. Anfang 2013 waren ThyssenKrupp, Voestalpine und ArcelorMittal ins Visier der Kartellbehörde geraten. Ende Februar vergangenen Jahres hatte dann eine Durchsuchungsaktion in den Geschäftsräumen der drei Unternehmen für Aufsehen gesorgt. Hintergrund der Ermittlungen war der Verdacht von illegalen Preisabsprachen bei Blechen für die Autoindustrie.

Die größten Kartelle

  • Platz 10

    Branche: Kautschuk

    Kartellmitglieder: ENI, Bayer, Shell, Dow, Unipetrol, Trade-Stromil

    Verhängte Geldbuße: 519 Millionen €

    Jahr: 2006

  • Platz 9

    Branche: Erdgas

    Kartellmitglieder: E.On, GdF

    Verhängte Geldbuße: 640 Millionen €

    Jahr: 2009

  • Platz 8

    Branche: Gasisolierte Schaltanlagen

    Kartellmitglieder: Siemens, ABB, Alstom, Areva, Fuji, Hitachi, Mitsubishi, Toshiba

    Verhängte Geldbuße: 751 Millionen €

    Jahr: 2007

  • Platz 7

    Branche: Vitamin

    Kartellmitglieder: Hoffmann-La Roche, BASF, Aventis, Solvay, Merck, Daiichi, Eisai, Takeda

    Verhängte Geldbuße: 791 Millionen €

    Jahr: 2001

  • Platz 6

    Branche: Luftfracht

    Kartellmitglieder: Air France, British Airways

    Verhängte Geldbuße: 799 Millionen €

    Jahr: 2010

  • Platz 5

    Branche: Kugellager

    Kartellmitglieder: SKF, Schaeffler, JTEKT, NSK, NFC, NTN

    Verhängte Geldbuße: 953 Millionen €

    Jahr: 2014

  • Platz 4

    Branche: Aufzüge und Rolltreppen

    Kartellmitglieder: ThyssenKrupp, Otis, KONE, Schindler

    Verhängte Geldbuße: 992 Millionen €

    Jahr: 2007

  • Platz 3

    Branche: Autoglas

    Kartellmitglieder: Saint-Gobain, Asahi, Pilkington, Soliver

    Verhängte Geldbuße: 1384 Millionen €

    Jahr: 2008

  • Platz 2

    Branche: Fernsehröhren und Monitore

    Kartellmitglieder: Philips, LG Electronics, Samsung, Panasonic, Toshiba, Technicolor Verhängte Geldbuße: 1471 Millionen €

    Jahr: 2012

  • Platz 1

    Branche: Manipulation Derivate Euribor/ Libor/Yen

    Kartellmitglieder: Deutsche Bank, Royal Bank of Scotland, Citigroup, Société Générale, JP Morgan, RP Martin

    Verhängte Geldbuße: 1710 Millionen €

    Jahr: 2013

Der Verdacht habe durch die sichergestellten Beweismittel nicht bestätigt werden können, teilte das Bundeskartellamt unter Hinweis auf die am 28. Februar 2013 durchgeführte Durchsuchungsaktion mit. Eine ThyssenKrupp-Sprecherin wollte zu der Mitteilung keine Stellung nehmen. ArcelorMittal und Voestalpine waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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Weitere Artikel

Auch im vergangenen Jahr von ThyssenKrupp eingeleitete interne Ermittlungen hatten nach früheren Angaben des Unternehmens keine Hinweise auf ein Autostahlkartell geliefert. Ein derartiges Kartell-Verfahren hätte Sprengkraft für den größten deutschen Stahlkonzern entwickeln können, da die Autobranche zu den Hauptabnehmern der Stahlsparte des Unternehmens gehört. Aufgrund vorangegangener Kartellverstöße wäre ThyssenKrupp außerdem Wiederholungstäter gewesen.

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