Preisabsprachen: So funktionierten die Preisabsprachen der Wursthersteller

Preisabsprachen: So funktionierten die Preisabsprachen der Wursthersteller

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Wie funktioniert eigentlich das Wurstkartell?

von Mario Brück

Das Kartellamt wirft mehreren Wurstfirmen vor, jahrzehntelang Preise abgesprochen oder Geschäftsinformationen ausgetauscht zu haben - und verhängte Bußgelder in einer Gesamthöhe von 340 Millionen Euro

Fünf Jahre lang wühlten sich die Bonner Kartellschnüffler durch E-Mail-Korrespondenzen, Aktennotizen und Verhörprotokolle. Dann waren sie sich sicher: Sie hatten ein Preiskartell nachgewiesen. Mitte Juli 2014 flatterten Bußgeldbescheide auf die Schreibtische von 33 beteiligten Managern bei 21 Wurstherstellern in einer Höhe von insgesamt fast 340 Millionen Euro.

Mittlerweile hat die Mehrheit der betroffenen Unternehmen und Personen dagegen Einspruch eingelegt. Entscheiden muss darüber jetzt das Oberlandesgericht in Düsseldorf.

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Das Kartellamt wirft den Wurstfirmen vor, jahrzehntelang Preise abgesprochen oder Geschäftsinformationen ausgetauscht zu haben. Dies soll im Rahmen von regelmäßigen Treffen des sogenannten „Atlantic-Kreises“ in einem Hamburger Luxushotel geschehen sein und auch durch wechselseitige Telefonate und organisierte Rundrufe.

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Kartellamtschef Andreas Mundt sagte seinerzeit der WirtschaftsWoche, die Kartellanten hätten sich vor allem bei den Preisen für Aldi abgesprochen. Der Discounter ist bei der Festsetzung der Verkaufspreise maßgebend. „Zieht Aldi einen Preis nach oben oder unten, zieht der Rest der Branche relativ schnell nach. Es gab also Absprachen bezüglich des Zeitpunktes, damit möglichst viele Unternehmen gleichzeitig ihre Forderungen stellen“, so Mundt.

Ins Rollen brachte das Verfahren ein anonymer Hinweis. Es folgte eine Durchsuchung beim westfälischen Hersteller Nölke (Gutfried), der inzwischen von einem anderen Kartellanten geschluckt wurde, der Zur-Mühlen-Gruppe, die Fleischkönig Clemens Tönnies gehört. 85 Prozent der Bußgeldsumme entfallen auf sechs Unternehmen, die Teil von Konzernen sind: Bell Deutschland, Zur-Mühlen-Gruppe (Clemens Tönnies), Herta (Nestlé), Lutz (Vion), Stockmeyer (Heristo) und Wiesenhof (PHW-Gruppe).

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