Preisabsprachen: ThyssenKrupp will wieder einen Compliance-Vorstand

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Preisabsprachen: ThyssenKrupp will wieder einen Compliance-Vorstand

ThyssenKrupp will nach Medieninformationen einen eigenen Vorstandsposten für regelkonforme Unternehmensführung schaffen. Grund dafür ist der Skandal um Preisabsprachen bei Autoblechen.

ThyssenKrupp will einem Magazinbericht zufolge als Reaktion auf den jüngsten Kartellverdacht einen neuen Vorstandsposten für den Bereich Compliance schaffen. Einen entsprechenden Vorschlag werde Konzern-Chef Heinrich Hiesinger dem Aufsichtsrat bei dessen kommender Sitzung im Mai machen, berichtete der "Spiegel" ohne Angaben von Quellen. ThyssenKrupp lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Stahlriese Razzia bei ThyssenKrupp

Das Bundeskartellamt lässt die Geschäftsräume des Stahlwerks in Duisburg durchsuchen. Die Wettbewerbshüter haben den Verdacht, dass Thyssen Preisabsprachen für Autobleche getroffen hat.

huGO-BildID: 29806751 Die Hauptverwaltung von ThyssenKrupp Steel, aufgenommen am 11.02.2013 in Duisburg (Nordrhein-Westfalen). Das Unternehmen will am 12.02. seine Bücher öffnen und Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Ganz neu ist ein Vorstand für Compliance - regelkonforme Unternehmensführung - für ThyssenKrupp nicht: Der frühere Verantwortliche für diesen Bereich, Jürgen Claassen, hatte nach Berichten über Luxusreisen auf Firmenkosten Ende 2012 seinen Hut nehmen müssen. Zwei weitere Vorstände hatten im Zusammenhang mit den Milliardenverlusten der neuen Stahlwerke in Übersee ihre Posten verloren. Hiesinger hat zwar angekündigt, den Vorstand nicht wieder auf sechs Manager vergrößern zu wollen. Nur bei den jetzigen drei Posten solle es aber auch nicht bleiben.

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Das Bundeskartellamt ermittelt zurzeit erneut gegen ThyssenKrupp, diesmal wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen bei Stahl-Lieferungen für die Automobilindustrie. Am Donnerstag waren die Geschäftsräume von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg durchsucht worden. Wegen verbotener Absprachen von Schienenherstellern hatte der Konzern im vergangenen Jahr ein Bußgeld von rund 100 Millionen Euro zahlen müssen. Dem Konzern drohen in dem Fall Schadenersatzforderungen der Deutschen Bahn und kommunaler Verkehrsbetriebe von mehreren hundert Millionen Euro. Vor einigen Jahren hatte das Unternehmen wegen Kartellabsprachen seiner Aufzugstochter ein Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe zahlen müssen.

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