Primark-Chefin O’Donoghue: „Die deutschen Kunden lieben uns“

Primark-Chefin O’Donoghue: „Die deutschen Kunden lieben uns“

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 15:49 Uhr
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Primark-Chefin Breege O’Donoghue ist überzeugt vom Gelingen ihrer Deutschland-Offensive.

Quelle:Handelsblatt Online

Die irische Billigmodekette Primark greift in Deutschland an und eröffnet heute einen neuen Markt in Essen. Im Interview erklärt Vorstandsmitglied O’Donoghue, wie Primark in Deutschland punkten will.

DüsseldorfHandelsblatt: Frau O‘Donoghue, was reizt Sie an Deutschland?

Breege O’Donoghue: Die deutschen Kunden! Wir lieben sie und sie lieben uns. Wir haben uns unseren Markteintritt gut überlegt und vorbereitet. Dank unserer ausgiebigen Marktforschung haben wir festgestellt, dass Primark eine große Chance in Deutschland hat. Und der Erfolg gibt uns Recht!

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Viele ausländische Geschäfte sind in Deutschland gescheitert, wie beispielsweise Gap oder auch Marks&Spencer. Was machen Sie anders?

Viele ausländische Unternehmen sind nach Deutschland gekommen und haben einfach das gemacht, was sie immer gemacht haben. Primark ist da anders. Wir hören auf unsere Kunden, wir lernen über unsere Kunden und wir passen uns an, wie beispielsweise bei der Größe der Bettwäsche, Farben oder auch einzelnen Modestilen. Wir hören sehr genau darauf, was unsere Kunden wollen und reagieren auf die Wünsche unmittelbar. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Hilft Ihnen da auch die Finanzkrise?

Wir haben Erfolg in guten und in schlechten Zeiten. Vielleicht bringt uns die Krise neue Kunden, die vorher nicht bei Primark eingekauft hätten. Wir werden auf jeden Fall versuchen diese Kunden zu überzeugen und zu halten – auch wenn es wirtschaftlich wieder aufwärts geht.

Wie viel muss man denn für ein komplettes Primark-Outfit ausgeben?

Nicht viel, schauen Sie mich an! Meine Jacke kostet 35 Euro, meine Bluse 11, der Rock 15 und die Strumpfhose 3,50. Und dann sind da natürlich die Kleidungsstücke, die Sie nicht sehen… Nur meine Schuhe habe ich woanders gekauft!


Ein "No-Frills-Unternehmen"

Billige Kleidung kann man nur selten länger als ein paar Wochen tragen. Spätestens nach der dritten Wäsche fallen die Stücke doch auseinander…

Wir achten sehr auf die Qualität unserer Kleidung. Ich trage Kleidungsstücke aus unserer Kollektion, die ich mir vor zwei oder drei Jahren gekauft habe. Qualität ist extrem wichtig für uns, denn nur wenn wir unsere Kunden überzeugen, kommen sie auch wieder.

Wie können Sie diese günstigen Preise anbieten?

Die Firma hat sehr schlanke, effektive Prozesse. Zudem läuft bei uns alles über die Masse. Wir produzieren und verkaufen große Mengen. Wir verlassen uns auf klassische Mund-zu-Mund-Propaganda, die heutzutage von den Social Media unterstützt wird. Werbung schalten wir nur bei Ladeneröffnungen, denn wir investieren lieber in Preise und Qualität.

Billige Mode hat den Ruf Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung zu fördern. Wie produziert Primark seine billige Mode?

Wir haben sehr strenge ethische Standards, denn wir wollen unsere Produkte nicht auf Kosten von anderen Menschen herstellen. Wir sind Mitglied der Ethical Trading Initiative und haben uns so verpflichtet, die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten unserer Zulieferer zu überwachen. Im letzten Jahr haben wir mehr als 1200 Untersuchungen bei unseren Zulieferern durchgeführt. Wenn wir Probleme feststellen, versuchen wir sie zu beheben. Funktioniert das nicht, beenden wir die Zusammenarbeit.

Könnten Sie sich vorstellen, ähnlich wie H&M mit bekannten Designern eine Kollektion zu entwerfen?

Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht. Wir sind ein No-Frills-Unternehmen, wir haben schlanke Strukturen und versuchen unnötige Ausgaben zu vermeiden. Wir geben unsere Kostenersparnisse lieber an unsere Kunden weiter, als sie in eine solche Kollektion zu stecken.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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