Prognose: Stahlpreise sind kaum noch planbar

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Prognose: Stahlpreise sind kaum noch planbar

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Die Globalisierung der Stahlindustrie schreitet vor allem im Einkauf von Rohstoffen (Erzen) voran, nicht aber an der Kundenfront.

von Andreas Wildhagen

Eine Studie der KPMG und des Instituts für Zukunftsforschung zeigt, wie brüchig die Grundstoffkonjunktur auch in Deutschland ist. Sind weitere Fusionen erwartbar?

 „Die zunehmende Volatilität der Rohstoffpreise macht die Kostenkalkulation der Stahlabnehmer zu einem zentralen Problem“, so schreiben die Autoren der Studie, Lars Immerthal von der Unternehmensberatung KPMG und Heiko von der Gracht, Direktor des Instituts für Zukunftsforschung und Wissensmanagement. Die Unsicherheit werde verstärkt durch eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure in der Stahlbranche. “Folge: Die Laufzeiten von Lieferverträgen verkürzen sich, Preise verändern sich in Dreimonatsabständen. Planbarkeit gehört der Vergangenheit an. Die Autoren: „Das kurzfristige Preissystem führt zu einer Belastung der Stahlkonjunktur“.

Die Stahlkunden sitzen dabei nie weit weg von den Stahlwerken. Die Studie führt das Beispiel Asien an: Besonders in China ist die Nachfrage nach lokalem Stahl sehr hoch. Die Analyse ließe sich über die Studie hinaus auch auf Deutschland übertragen: 80 Prozent aller Kunden des Duisburger Stahlwerks von ThyssenKrupp haben in einem Radius von 100 Kilometern rund um die Ruhrschiene ihren Sitz. Man könnte also das Fazit ziehen, dass die Globalisierung der Stahlindustrie vor allem im Einkauf von Rohstoffen (Erzen), nicht aber an der Kundenfront fortschreitet. Dort ist der Stahlmarkt noch weitgehend lokal.

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Dann haben die Autoren nach der Befragung von Experten einen weiteren Trend ausgemacht: „Die Loyalität in Geschäftsbeziehungen hat der Stahlbranche signifikant abgenommen.“ Müsste da nicht die Stahlindustrie weltweit und in Deutschland weiterhin die Strategie verfolgen, sich zusammenzuschließen, um eine Gegenmacht zu bilden? Die Autoren stellen fest, dass andere Sektoren im Hinblick auf die Merger-Aktivitäten dynamischer waren: „Der Konzentrationsgrad der Stahlbranche ist verglichen mit anderen Industrien, etwa Nickel, Kupfer und Industriegase nach wie vor niedrig.“

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Beispiel: Während die Branche der Industriegase immer mehr fusioniert und sich in großen Blöcken gegenübersteht, wie dies beispielsweise bei der französischen Air Liquide und der deutschen Linde AG der Fall ist, hat eine weitere Großfusion nach dem Zusammengehen von Arcelor und Mittal im Jahr 2007 nicht stattgefunden.

Man kann die Autoren der Studie nur ergänzen, in dem man sich die prekäre Situation von ThyssenKrupp in Deutschland anschaut. Hier hat ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger bis März eine umfassende Prüfung auch des deutschen Stahlgeschäfts angekündigt, bei der es keine Tabus geben soll.

Die Frage stellt sich, ob vor diesem Hintergrund weitere Fusionen unter Beteiligung von ThyssenKrupp in Deutschland und Europa zu erwarten sind.

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