Qualität ist gefragt: Mittelständler mischen Mexiko auf

Qualität ist gefragt: Mittelständler mischen Mexiko auf

von Alexander Busch

Mexikaner lieben deutsche Qualität. Und das Land wird als Exportplattform nach Nord- und Mittelamerika für deutsche Unternehmen immer attraktiver. Erfolgsgeschichten mit Sombrero.

Knapp zehn Quadratmeter groß war sein Büro in Mexiko-Stadt, als Arndt Pechthold vor acht Jahren für den Verpackungsmaschinenhersteller Multivac aus Wolfertschwenden im Allgäu den mexikanischen Markt aufrollen sollte. Die Enge störte den Betriebswirt kaum.

Denn die ersten zwei Jahre verbrachte Pechthold fast nur unterwegs, bei Kunden im Land der Mayas. Er besuchte die Lebensmittelkonzerne des Landes, die Rinderzüchter und Hühnermäster, die großen Milch- und Käseproduzenten mit Milliardenumsätzen. Ihnen allen stellte er die Vakuum-Verpackungsmaschinen aus dem Allgäu vor. Gleichzeitig klapperte Pechthold die Medizinartikler in Mexikos Norden ab, die an der Grenze zu den Vereinigten Staaten das OP-Zubehör für den US-Markt produzieren.

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Deren Material musste steril verpackt werden. „Nur im Gespräch mit den Kunden konnten wir herausbekommen, was die wirklich brauchen“, erklärt Pechthold.

Länderprofil Mexiko

  • Löhne

    14,6 Dollar (2011, absolutes Bruttoinlandsprodukt geteilt durch BIP pro Person)

  • Bevölkerung

    112 Millionen

  • Entfernung

    9710 Kilometer von Berlin

  • Wachstum

    3,9 (BIP in Prozent)

  • Importe

    306 Milliarden Dollar (2011)

  • Ausländische Direktinvestitionen

    328 Milliarden Dollar (2011)

  • Länderrisiko

    3 (gemäß OECD-Klassifizierung: geringstes Risiko = 0 Punkte, höchstes Risiko = 7 Punkte)

  • Wertung Absatz

    54 Prozent

Multivac war zwar schon damals Weltmarktführer für Vakuum-Verpackungsmaschinen, wollte aber weltweit mit eigenen Niederlassungen expandieren. In kurzer Zeit wurde Mexiko zu einem der zehn wichtigsten Märkte des Maschinenbauers aus dem Süden Deutschlands. „Im ersten Jahr machten wir statt einer Million gleich zwei Millionen Euro Umsatz“, sagt Pechthold.

Den geplanten Umsatz in fünf Jahren hatte er schon nach drei Jahren erreicht. Inzwischen nimmt die Multivac-Filiale in Mexiko rund 15 Millionen Euro jährlich ein – ausschließlich mit Maschinen aus Deutschland.

Mexiko dient Multivac bereits als Brückenkopf in benachbarte Märkte. Von hier aus expandiert das Unternehmen jetzt nach Zentralamerika und in die Karibik. „Ein Markt mit 43 Millionen Einwohnern, der noch unterversorgt ist“, sagt Pechthold. Und das erhoffte Geschäft will der 44-Jährige nicht allein machen.

Deshalb hole er nun auch noch deutsche Mittelständler etwa aus der Lebensmittelverarbeitung nach, die bisher nicht in Mexiko vertreten sind.

Märkte von morgen

Pro-Kopf-Einkommen steigt

Nicht nur der Ruf – auch die Wachstumsaussichten und Standortbedingungen könnten bald immer mehr deutsche Mittelständler nach Mexiko locken. Denn die elftgrößte Volkswirtschaft der Welt hat sich – in Europa noch weitgehend unbemerkt – zu einem der attraktivsten Standorte der weltweiten Industrie entwickelt. Ausländische Konzerne wie Volkswagen investieren dort jährlich wachsend in neue Fabriken und Anlagen. Einerseits als Exportplattform für Nordamerika – aber auch zunehmend mit Blick auf das südlich gelegene Mittelamerika und die Karibik sowie den lokalen Markt.

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