Quartalszahlen: Atomausstieg schreddert den Gewinn von RWE

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Quartalszahlen: Atomausstieg schreddert den Gewinn von RWE

, aktualisiert 10. November 2011, 08:22 Uhr
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Das RWE-Kernkraftwerks in Mülheim-Kärlich am Rhein: Atomausstieg kommt teuer.

Quelle:Handelsblatt Online

In den ersten neuen Monaten des laufenden Geschäftsjahres sinkt das Ergebnis um mehr als ein Fünftel. Die Erlöse stagnieren. Die Atomwende wird für den Konzern immer mehr zur Belastung.

EssenGewinneinbußen bei Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger RWE: Das Aus von zwei Kernkraftwerken, niedrige Stromerlöse und Probleme im Gasgeschäft sorgen nach neun Monaten für einen deutlichen Rückgang.

Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 38,17 Milliarden Euro, wie die Gesellschaft am Donnerstag in Essen mitteilte. Das betriebliche Ergebnis fiel um 30 Prozent auf 4,27 Milliarden Euro.

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Der um Absicherungsgeschäfte aus dem Energiehandel bereinigte Gewinn lag bei 1,78 Milliarden Euro - das war ein Minus von 44 Prozent. Analysten hatten mit etwas besseren Zahlen gerechnet. RWE schlug sich damit aber noch besser als Wettbewerber Eon. Dieser hatte am Vortag einen operativen Rückgang von 40 Prozent und zwei Drittel weniger Gewinn gemeldet.

Eckdaten des RWE-Konzerns für die ersten neun Monate

Jan. - Sep. 2011Jan. - Sep. 2010
Außenumsatz38,2 Mrd. Euro38,5 Mrd. Euro
Ebitda6,2 Mrd. Euro7,9 Mrd. Euro
Nettoergebnis1,4 Mrd. Euro2,6 Mrd. Euro
Mitarbeiter*72,47870.856

* Umgerechnet in Vollzeitstellen

Die Belastungen aus dem Atomausstieg - wie Abschreibungen auf Brennstäbe und Rückstellungen für den Rückbau - sind laut RWE einer der Hauptgründe für den Rückgang. Der Konzern musste die Kernkraftwerke Biblis A und B abschalten.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Der bereinigte Konzerngewinn soll um 35 Prozent zurück gehen. Positiv gestalten sich laut RWE die Verhandlungen über die Umgestaltung ungünstiger langfristiger Gasverträge. Diese seien zum Teil schon geändert oder beendet worden.

Schon im zweiten Quartal war das betriebliche Ergebnis mit einem Fehlbetrag von 25 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Gedrückt haben das Ergebnis vor allem die Kosten für den Kernenergieausstieg. Sie beziffert der Konzern auf bisher 900 Millionen Euro, bis Ende Dezember werden sie sich nach früheren Firmenangaben auf 1,3 Milliarden Euro erhöhen.

Vor allem um das aktuelle Kreditrating "A-" - in Schulnoten ausgedrückt entspricht das gerade noch gut - zu halten, wird RWE in den nächsten Jahren die Investitionen in den Kraftwerkspark kürzen, das bereits angeschobene Verkaufsprogramm auf elf Milliarden Euro aufstocken und die Sparmaßnahmen um 100 Millionen Euro verschärfen.

Durch die Ausgabe neuer Aktien sollen bis zu 2,5 Milliarden Euro in die Kasse kommen. Geplant ist die Kapitalerhöhung noch für dieses Jahr.

Quelle:  Handelsblatt Online
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