Quartalszahlen: Brauereien hängen von Südamerikas Bierdurst ab

Quartalszahlen: Brauereien hängen von Südamerikas Bierdurst ab

, aktualisiert 09. November 2011, 14:41 Uhr
Bild vergrößern

Na dann prost: Der Bierdurst steigt woanders stärker als in Deutschland.

von Christian MüßgensQuelle:Handelsblatt Online

Die Nachfrage aus Schwellenländern treibt den Gewinn der großen Bierkonzerne, wie auch die heute vorgelegten Quartalszahlen belegen. Die Deutschen Brauer leiden hingegen unter schwacher Nachfrage auf dem Heimatmarkt.

Das Geschäft der großen europäischen Bierkonzerne wird immer stärker von der Nachfrage in Schwellenländern bestimmt. Heute legten Anheuser Busch-Inbev und Carlsberg ihre Zahlen für das dritte Quartal vor. Beide Unternehmen steigerten in den vergangenen drei Monaten den Gewinn trotz sinkenden Absatzes. Die kleineren Brauer in Deutschland geraten hingegen immer stärker unter den Druck der Globalisierung.

Die weltweite Nummer Eins, Anheuser-Busch Inbev, profitierte von einer hohen Nachfrage in Asien und Südamerika, konnte zudem höhere Preise durchsetzen und die Kosten senken. Die weltweite Nummer Vier, der dänische Braukonzern Carlsberg, leidet zwar unter sinkendem Absatz in Russland, konnte aber die Verkaufszahlen in Asien um mehr als zehn Prozent steigern.

Anzeige

Bei Anheuser Busch stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,6 Prozent auf 10,22 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 7,34 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das so genannte Ebitda, legte um 5,5 Prozent auf knapp 4 Milliarden Dollar zu. Mit den Zahlen erfüllte der Konzern im Großen und Ganzen die Markterwartungen.

Der weitaus kleinere Konkurrent Carlsberg konnte das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis ebenfalls steigern, von umgerechnet rund 261 Millionen Euro im dritten Quartal des Jahres 2010 auf rund 280 Millionen im gleichen Zeitraum dieses Jahres. Die Börsen reagierten zudem positiv auf Ankündigungen des Managements, das Gewinnziel im Gesamtjahr zu erreichen, trotz Absatzproblemen in Osteuropa.

Die großen Brauer versuchen schon seit Jahren, die schwache Nachfrage und den starken Wettbewerb in Europa durch ein stärkeres Geschäft in Schwellenländern auszugleichen. Das stärkste Umsatzwachstum erzielen die Konzerne, zu deren Größten neben Anheuser Busch und Carlsberg noch die britische SAB Miller und die niederländische Heineken gehören, in Südamerika, dicht gefolgt vom Nahen Osten, Afrika und Asien.


Bierpreise belasten die Deutschen Brauer

In Westeuropa sinkt hingegen der Absatz. Nach Prognosen von Euromonitor werden die verkauften Volumina in der Region bis zum Jahr 2015 im Vergleich zum Jahr 2005 um rund 1,5 Prozent sinken. Auch in Nordamerika ist der Verbrauch pro Kopf rückläufig. Die sinkenden Absatzzahlen machen vor allem kleineren Konkurrenten zu schaffen, etwa den kleinen und mittelgroßen Brauereien in Deutschland.

Anders als die großen europäischen Braukonzerne sind sie nur begrenzt in der Lage, die schwache Nachfrage auf dem Heimatmarkt durch zusätzliche Geschäfte in anderen Regionen der Erde auszugleichen. Nicht nur der Absatz im Inland fällt, auch die Preise stagnieren oder gehen sogar zurück. Bier ist in Deutschland im vergangenen Jahr kaum teurer geworden. Im Schnitt kostete das Getränk 2010 nur 0,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

In Kneipen und Restaurants war der Preisanstieg etwas höher: Hier kostete das Bier im vergangenen Jahr 0,9 Prozent mehr als 2009. Damit lag die Teuerung beim Bier aber trotzdem teils deutlich unter unter dem allgemeinen Anstieg der Verbraucherpreise, der im vergangenen Jahr 1,1 Prozent betrug. Alkoholfreies Bier wurde 2010 demnach sogar um 0,4 Prozent billiger. Ebenfalls gesunken sind die Bierpreise bislang im laufenden Jahr. Von Januar bis September wurde normales Bier laut Statistischem Bundesamt 0,7 Prozent billiger, alkoholfreies Bier kostete 0,8 Prozent weniger.

Das trifft die heimischen Brauer hart. Die Unternehmen wollen daher verstärkt zusammenarbeiten, um Größenvorteile auf dem Weltmarkt zu nutzen. So kündigte etwa die Kulmbacher Brauerei erst kürzlich an, die Zusammenarbeit mit den anderen Firmen in der Brau Holding International auszubauen. Dadurch solle der Absatz außerhalb des Kerngebietes steigen, hieß es.

Die Brau Holding ist ein Verbund regionaler Brauer in Deutschland zu dem auch die Paulaner Gruppe gehört. Auch hier hat aber einer der großen Konzerne die Finger im Spiel: Heineken, weltweit die Nummer Vier, hält einen großen Anteil an dem Joint Venture.

Mit Material von dpa, afp, dapd.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%