Quartalszahlen: HeidelbergCement profitiert von Konjunktur und Euro

Quartalszahlen: HeidelbergCement profitiert von Konjunktur und Euro

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huGO-BildID: 36321814 Bruno Lafont, right, chairman and chief executive of French cement maker Lafarge Group shakes hands with Swiss cement maker Holcim chairman Rolf Soiron during a press conference, Monday, April 7, 2014 in Paris. Lafont and Soiron announced plans for a "merger of equals" Monday that would create an industry giant with a combined euro32 billion (US$43.9 billion) in annual revenues. (AP Photo/Jacques Brinon)

Das stärkere Wachstum in den USA und Westeuropa sowie die Euro-Schwäche haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement im ersten Quartal zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen.

Das stärkere Wachstum in den USA und Westeuropa sowie die Euro-Schwäche haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement im ersten Quartal zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Das operative Ergebnis stieg von Januar bis März um rund 180 Prozent auf 41 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte betrug das Plus immer noch 108 Prozent. Nach Steuern fiel in dem für die Bauindustrie traditionell schwachen ersten Quartal ein Verlust von 80 Millionen Euro an. Im Vorjahresquartal hatte das Minus 108 Millionen Euro betragen.

Das erste Quartal habe den Vorstand in seiner Erwartung für das laufende Jahr bestärkt, erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele. Nach oft nur einstelligen Zuwächsen in der Vergangenheit sollen Umsatz, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss auf vergleichbarer Basis deutlich steigen - um mehr als zehn Prozent. Neben der robusten Konjunktur, die die Bauwirtschaft ankurbelt, verschafften der gesunkene Ölpreis und der schwächere Euro zusätzlichen Rückenwind.

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Die Kurpfälzer lieferten vor allem mehr Zuschlagstoffe wie Sand und Kies sowie mehr Asphalt aus, während der Zementabsatz im ersten Quartal um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, bereinigt um Währungs- und Sondereffekte belief sich das Plus immer noch auf vier Prozent. Die operative Rendite vor Abschreibungen kletterte um anderthalb Prozentpunkte auf 10,6 Prozent vom Umsatz.

Dank der Einnahmen aus dem Verkauf des Bauproduktegeschäfts und Sparprogrammen lag die Nettoverschuldung im ersten Quartal mit 6,1 Milliarden Euro im Zielbereich. HeidelbergCement war jahrelang damit beschäftigt, den mit einer Übernahme 2007 aufgetürmten Schuldenberg abzubauen. Nun will das Management zur Investorenkonferenz im Juni neue Ziele präsentieren, denn die verbesserte Finanzlage verschafft Spielraum für Zukäufe und mehr Investitionen.

Preisabsprachen der Zementhersteller

  • 1975

    Der Bundesgerichtshof erkennt in der „Zementverkaufsstelle Niedersachsen“ eine Tarnorganisation der Branche für unerlaubte Preisabsprachen.

  • Ende der Achtzigerjahre

    Das Bundeskartellamt verhängt gegen 33 Zementhersteller Bußgelder von umgerechnet 115 Millionen Euro.

  • 1994

    Die EU-Kommission verdonnert den europäischen Dachverband, acht nationale Verbände und 33 europäische Zementhersteller zu Geldbußen von umgerechnet rund 250 Millionen Euro. Die Betroffenen hatten seit 1983 Märkte untereinander aufgeteilt und Exporte abgesprochen. In Deutschland waren unter anderem Dyckerhoff, HeidelbergCement und Nordcement an dem Komplott beteiligt.

  • Ende der Neunzigerjahre

    Ein Kartell von Transportbetonherstellern fliegt auf. Bußgelder in Höhe von umgerechnet rund 125 Millionen Euro, allein 100 Millionen für Readymix, werden fällig.

  • Frühjahr 2003

    29 von 30 Zementfirmen, gegen die das Kartellamt ermittelte, geben die Verstöße zu. Daraufhin hagelt es Bußgelder in der Rekordhöhe von 660 Millionen Euro. Der höchste Betrag (250 Millionen Euro) entfällt auf die HeidelbergCement, die bei dem Kartell nach dem damaligen Kartellamtschefs Ulf Böge „eine Führungsrolle“ innehatte, was der Marktführer allerdings bestritt. Gegen Schwenk Zement werden 142 Millionen, gegen Dyckerhoff 95 Millionen Euro und gegen Lafarge Zement 86 Millionen Euro verhängt.

  • Winter 2010

    Nach Durchsuchungen 2008 und 2009 leitet die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen sieben europäische Zementhersteller ein, darunter HeidelbergCement.

  • April 2013

    Nach jahrelangem Rechtsstreit muss HeidelbergCement 160 Millionen der ursprünglich verhängten Summe von 250 Millionen (aus 2003) zahlen.

HeidelbergCement muss sich bald gegen einen übermächtigen Rivalen behaupten: Die Elefantenhochzeit der Konkurrenten Lafarge aus Frankreich und Holcim aus der Schweiz kann bald gefeiert werden, da am Freitag mit der erwarteten Zustimmung der Holcim-Aktionäre voraussichtlich eine wichtige Hürde überwunden wird. Der neue Weltmarktführer wird einen etwa doppelt so hohen Umsatz haben wie HeidelbergCement.

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