Quartalszahlen: Lanxess und Evonik schlagen die Chemiebranche

Quartalszahlen: Lanxess und Evonik schlagen die Chemiebranche

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Der Kölner Chemiekonzern Lanxess konnte im dritten Quartal seinen Gewinn steigern

von Jürgen Salz

Der Kölner Chemiekonzern Lanxess und die Essener Evonik steigern ihre Gewinne. Die beiden Unternehmen stehen besser da als die gesamte Industrie.

Lanxess hat im dritten Quartal seinen Gewinn um zehn Prozent gegenüber Vorjahr gesteigert. Soviel hat Lanxess-Chef Matthias Zachert bereits vorab verraten. Die offiziellen Zahlen präsentiert der Kölner Chemiekonzern erst am Donnerstagvormittag. Im dritten Quartal  2014 lag der Gewinn vor Sondereinflüssen (Ebitda) bei 210 Millionen Euro – nach Zacherts Prognose dürfte er nun auf etwa 230 Millionen Euro gestiegen sein.

Die Essener Evonik konnte ihr Betriebsergebnis im dritten Quartal sogar um 31 Prozent steigern, der Umsatz stieg um vier Prozent.

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Damit schlagen sich Lanxess und Evonik  deutlich besser als die gesamte Chemiebranche. Die Stimmung in Deutschlands drittgrößtem Industriezweig ist derzeit eher gedämpft; Umsatz und Produktion entwickelten sich im dritten Quartal rückläufig. Marijn Dekkers, Bayer-Chef und Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie, spricht von einem „schwächeren Chemiegeschäft“. Die weltweite Konjunktur springt nicht an, vor allem das Chinageschäft bereitet große Sorgen. 2015 wird der Branchenumsatz bei 191 Milliarden Euro stagnieren.

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Der Unterschied zu Lanxess und Evonik: Die beiden Unternehmen bieten eine Reihe von speziellen Produkten an, die nicht ganz so stark vom Auf und Ab der Weltkonjunktur abhängen. So verdient Evonik derzeit etwa prächtig mit Futtermittel-Zusatzstoffen etwa für Hühner. Bei Lanxess sind es etwa Vorprodukte für Pflanzenschutzmittel, die sich bislang als konjunkturresistent erwiesen.

„Lanxess zeigt, dass es auch Unternehmen gibt, die sich in einem schwierigen Umfeld ganz gut schlagen“, sagte Unternehmenschef Zachert Anfang Oktober. Bereits zweimal in diesem Jahr hatten die Kölner ihre Gewinnprognose angehoben. Aktuell erwartet Zachert bei einem Umsatz von rund acht Milliarden Euro ein operatives Ergebnis zwischen 840 und 880 Millionen Euro (zuvor: 820 bis 860 Millionen Euro).

Neue Freunde aus dem Mittleren Osten

Zudem ist es Lanxess gelungen, einen Partner für das kriselnde Kautschukgeschäft zu finden. Der Stoff, aus dem Autoreifen und Dichtungen bestehen, ist das Hauptprodukt von Lanxess – der Markt leidet allerdings unter gewaltigen Überkapazitäten. Zacherts Vorgänger Axel Heitmann hatte die Nachfrage deutlich zu hoch eingeschätzt und musste deshalb gehen. Gemeinsam mit dem saudi-arabischen Öl-und Gasriesen Saudi Armaco gründet Lanxess nun ein Kautschuk-Gemeinschaftsunternehmen. Für ihren Anteil überweisen die Araber 1,2 Milliarden Euro an Lanxess – der Kölner Konzern ist damit nun praktisch schuldenfrei.

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Immerhin hält Lanxess im Kautschukgeschäft eine gute Marktpositionen und gilt als technologisch führend. Das macht das Unternehmen auch für die ungleich größere Saudi Aramco attraktiv. Denn die Saudis sind schon länger bemüht, sich vom billigen Öl unabhängiger zu machen und wollen verstärkt in nachgelagerte Produkte wie etwa Kautschuk investieren. Von dem Know-how von Lanxess können die Saudis also profitieren. Und umgekehrt erhalten die Kölner einen besseren und günstigeren Zugang zu den Rohstoffen; die Öl-Rechnung von Lanxess dürfte künftig deutlich billiger ausfallen.

Ebenso wie Lanxess bestätigt auch Evonik seine Jahresprognose: Im Geschäftsjahr 2015 soll der Umsatz bei 13,5 Milliarden Euro (2014: 12,9), der bereinigte Betriebsgewinn bei 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9) liegen. 

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