Rezeptfreie Medikamente: Auch Bayer an Merck-Sparte interessiert

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Rezeptfreie Medikamente: Auch Bayer an Merck-Sparte interessiert

, aktualisiert 20. Februar 2014, 12:00 Uhr
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Das Firmenlogo des Chemiekonzerns Bayer AG. Die Leverkusener steigen offenbar in die Bieterschlacht um Mercks Sparte mit rezeptfreien Arzneimitteln ein.

US-Pharmakonzern Merck möchte sein Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln loswerden. Die Chancen stehen gut: Laut Insidern gibt es mehrere Interessenten. Auch Bayer hat ein Auge auf die Sparte geworfen.

Bayer, Novartis und weitere Großkonzerne haben laut Insidern ein Auge auf das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien des US-Pharmariesen Merck & Co geworfen. Die Sparte der Amerikaner, die unter anderem Dr. Scholl's-Fußpflegeprodukte, Sonnencremes der Marke Coppertone und das Allergiemittel Claritin herstellt, könnte zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar wert sein, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Reckitt Benckiser aus Großbritannien und Procter & Gamble aus den USA hätten mit Merck & Co über das Geschäft gesprochen, hieß es.

Merck & Co wolle die Sparte trotz ihrer Größe ganz und nicht in Teilen verkaufen, sagten die Insider. Nachdem vor einigen Wochen erste vorläufige Angebote eingegangen seien, würden nun Ende März Offerten in einer zweiten Runde erwartet. Alle genannten Unternehmen wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

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Rezeptfreie Arzneien wie Husten-Pastillen und Schnupfenmittel werfen zwar oft weniger Gewinn ab als verschreibungspflichtige Originalpräparate. Dafür gilt das Geschäft als weniger risikoreich - zudem liefert es zumeist stabile Einnahmen. Bayer zählt mit Kassenschlagern wie dem Magenmittel Rennie, Alka-Seltzer-Tabletten und Aspirin zu den weltgrößten Konzernen in diesem Feld. Bayer-Chef Marijn Dekkers hatte stets erklärt, er werde das Geschäft ausbauen. Vor zwei Jahren scheiterte aber der Versuch, die US-Firma Schiff Nutrition zu übernehmen. Reckitt Benckiser hatte Bayer damals ausgestochen und Schiff schließlich geschluckt. Die Leverkusener wiederum hatten 2004 für rund 2,4 Milliarden Euro das Gesundheitsprodukte-Geschäft des Schweizer Pharmariesen Roche gekauft.

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Weltweit werden mit verschreibungsfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten etwa 200 Milliarden Dollar im Jahr umgesetzt. Auf dem Markt tummeln sich zahlreiche Firmen. Selbst der Branchenprimus Johnson & Johnson aus den USA kommt nur auf einen Marktanteil von etwa vier Prozent. Neben Bayer zählen auch der britische Pharmakonzern GlaxoSmithkline, Novartis aus der Schweiz, der US-Konzern Pfizer und sein französischer Konkurrent Sanofi mit Marktanteilen von jeweils mehr als zwei Prozent zu den Top-Unternehmen. Merck & Co, der zweitgrößte amerikanische Pharmakonzern nach Pfizer, kommt auf einen Marktanteil von rund einem Prozent. Mit einem Verkauf würde Merck & Co einen ähnlichen Kurs einschlagen wie Pfizer. Das Unternehmen hat Randsparten wie das Geschäft mit Baby-Nahrung abgestoßen und sein Tiermedizin-Geschäft Zoetis an die Börse abgespalten.

Zunächst hatte es in Finanzkreisen geheißen, Merck & Co und Novartis peilten einen milliardenschweren Spartentausch an. Ein solcher gilt unter Experten aber als hochkomplex und nicht leicht umsetzbar. Dabei sollte Merck & Co das Gesundheitsprodukte-Geschäft abgeben und dafür von Novartis die Tiermedizin-Sparte und andere Geschäfte erhalten. Nachdem sich aber nun offenbar diverse Firmen für einen Kauf des Gesundheitspräparate-Bereich interessieren, vollzog der Konzern offenbar einen Schwenk. Merck & Co wird bei der angestrebten Transaktion vom Bankhaus Morgan Stanley beraten.

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