Rheinmetall, Lockheed, KMW: Das sind die größten Waffenhersteller der Welt

Rheinmetall, Lockheed, KMW: Das sind die größten Waffenhersteller der Welt

, aktualisiert 11. Dezember 2017, 08:59 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Krisen und Kriege bescheren der Rüstungsindustrie wieder stark steigende Umsätze. Besonders US-Konzerne profitieren von dem Boom – aber auch deutsche Firmen legen kräftig zu. Die größten Rüstungskonzerne im Überblick.

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Der deutsche Rüstungskonzern gehört zu den Gewinnern des weltweiten Waffenbooms.

DüsseldorfIn Zeiten politischer Spannungen mit vielen militärischen Konflikten werden auf der Welt wieder mehr Waffen verkauft. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der 100 größten Rüstungsunternehmen mit Waffen und militärischen Dienstleistungen auf 374,8 Milliarden Dollar (rund 316 Milliarden Euro), wie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri berichtete. Nach fünf Jahren des Rückgangs nahmen die Waffenverkäufen damit erstmals wieder zu - im Vergleich zu 2015 um 1,9 Prozent.

Mehr als zwei Drittel (217 Milliarden Dollar) der Rüstungseinnahmen gingen an amerikanische Unternehmen, die rund vier Prozent mehr verkauften. Dafür hätten zum einen US-Militäroperationen im Ausland gesorgt. Außerdem hätten andere Länder amerikanische Waffensysteme erworben. Die westeuropäischen Waffenverkäufe blieben nach einem Anstieg im Vorjahr dem Bericht jetzt zufolge stabil. Der Umsatz betrug rund 91,6 Milliarden Dollar (rund 77 Milliarden Euro).

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Das sind laut Sipri die zehn größten Rüstungskonzerne der Welt:

Platz 10: Thales (Frankreich)

Der französische Rüstungskonzern hat es 2016 in die Top Ten geschafft. Der Umsatz im Rüstungsgeschäft stieg dabei um knapp 80 Millionen Dollar auf 8,2 Milliarden Dollar. Die Militärtechnik trägt aber nur 50 Prozent zum Geschäft bei, ansonsten in Thales vor allem im Luft- und Raumfahrtsektor tätig.

Platz 9: Leonardo (Italien)

Die Italiener, die zuvor unter dem Namen Finmeccanica firmierten, bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens. 2016 sank der Umsatz im Waffengeschäft dagegen um gut 700 Millionen Dollar auf 8,5 Milliarden Dollar.

Platz 8: L-3 Communications (USA)

Der US-Konzern hat sich erneut weiter vorgearbeitet und steigt von Platz zehn auf Platz acht. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her. 2016 betrug der Umsatz im Waffengeschäft rund 8,9 Milliarden Dollar, knapp mehr als im Vorjahr.

Platz 7: Airbus Group (Europa)

Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt erneut auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2016 standen Umsätze im Militärbereich von 12,5 Milliarden Dollar zu Buche – etwas weniger als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2016 lag der Umsatz der Rüstungssparte erneut bei rund 19,2 Milliarden Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 21,4 Milliarden Dollar gut 87 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2. Im september verkündete der Konzern die Übernahme des Raketentechnik-Spezialisten Orbital ATK für 7,8 Milliarden Dollar. Die Firma stellt Motoren und zahlreiche andere Teile für Systeme her, die unter anderem auch für die Abwehr von Atomraketen eingesetzt werden können.

Platz 4: BAE Systems (Großbritannien)

Der größte Rüstungskonzern Europas steigerte im Jahr 2016 seinen Umsatz im militärischen Bereich leicht auf 22,8 Milliarden Dollar. Das waren 95 Prozent des Gesamtumsatzes. Im weltweiten Ranking rutschten die Briten allerdings auf den vierten Platz. Erst kürzlich hat Katar 24 Typhoon-Kampfflugzeuge bei BAE geordert.


Wer weltweit vorne liegt – und wo deutsche Firmen platziert sind.

Platz 3: Raytheon (USA)

Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 92 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2016 waren es 22,9 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 900 Millionen. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Platz 2: Boeing (USA)

Der nach Auslieferungen größte Flugzeugbauer der Welt findet sich im Sipri-Ranking mit einem Umsatz von 29,5 Milliarden Dollar auf Platz zwei wieder, rund 1,2 Milliarden mehr als im Vorjahr Boeing baut hauptsächlich Militärflugzeuge aller Art wie Kampf- und Jagdflugzeuge, Bomber und Tankflugzeuge. Aber auch Waffensysteme und Raketen gehören zur Produktpalette. Die Waffengüter machen knapp ein Drittel des Konzernumsatzes aus.

Platz 1: Lockheed Martin (USA)

Lockheed Martin bleibt der größte Kriegsgeräte-Hersteller der Welt. Im Jahr 2016 stand im Militärbereich des US-Unternehmens ein Umsatz von 40,8 Milliarden Dollar in den Büchern, ein Plus von fast 4 Milliarden Dollar. 79 Prozent der Konzernumsätze sind dem Militärsegment zuzurechnen. Lockheed Martin stellt Jagdflugzeuge wie den F-35, aber auch Aufklärungs- und Transportflugzeuge her. Daneben gehören unbemannte Drohnen und Raketen zum Produktprogramm.

Unter den 100 weltweit größten Rüstungsfirmen, die Sipri auflistet, finden sich auch drei deutsche Unternehmen.

Platz 78: Krauss-Maffei Wegmann

950 Millionen Dollar Umsatz hat Krauss-Maffei Wegmann (KMW) nach den Sipri-Zahlen im Rüstungsgeschäft gemacht. Durch ein Plus von über 100 Millionen Euro stieg KMW in der Rangliste um zehn Plätze. Das 1999 aus Krauss Maffei und der Mannesmann-Tochter Wegmann entstandene Unternehmen mit Sitz in München ist einer der Hauptlieferanten der Bundeswehr.

Platz 47: Thyssen-Krupp

Thyssen-Krupp konnte die Umsätze seiner Rüstungssparte im Vergleich zu 2015 nicht steigern und stagniert bei 1,8 Milliarden Dollar. Im Sipri-Ranking bedeutet das erneut Platz 47. Allerdings machen Waffengeschäfte lediglich vier Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus.

Platz 26: Rheinmetall

Die größte deutsche Rüstungsfirma ist Rheinmetall, die von Platz 30 auf 26 steigt. Mit Umsätzen von 3,3 Milliarden Dollar im Militärbereich, einem Plus von knapp 500 Millionen Dollar, machen Waffengüter 52 Prozent des Gesamtgeschäfts von Rheinmetall aus. Panzer, Flugabwehrsysteme und Munition gehören unter anderem zum militärischen Produktprogramm. Rheinmetall ist einer der Hauptlieferanten der Bundeswehr. Den übrigen Umsatz generiert das Unternehmen als Autozulieferer.

Quelle:  Handelsblatt Online
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