Richemont: Uhren bringen Luxusgüterkonzern aus dem Takt

Richemont: Uhren bringen Luxusgüterkonzern aus dem Takt

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Das Uhrengeschäft läuft beim Luxushersteller Richemont weiterhin nicht wie erwartet.

Der Jahresgewinn des Luxuskonzerns Richemont ist um 46 Prozent eingebrochen, obwohl die Geschäfte in Asien, UK und USA gut laufen. An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an.

Die erhoffte Erholung im Uhrengeschäft lässt beim Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont auf sich warten. Während das Geschäft mit Schmuck von Cartier und Van Cleef & Arpels, das mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz beisteuert, erneut glänzte, verlief der Absatz von Luxusuhren der Marken IWC, Piaget oder Jaeger le Coultre weiterhin schleppend. Konzernweit schrumpfte der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 um vier Prozent auf 10,65 Milliarden Euro, wie der hinter der französischen LVMH Gruppe zweitgrößte Luxusgüterhersteller am Freitag mitteilte. Der Gewinn brach um 46 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro ein. Damit verfehlte Richemont die Erwartungen der Analysten.

Während Schmuck um sieben Prozent mehr gefragt war, brach vor allem der Absatz mit edlen Zeitmessern um 15 Prozent ein. Der Verkauf von Uhren - mit dem Richemont mehr als ein Viertel seines Umsatzes erzielt - stockt, weil das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung gegen Korruption wohlhabende Chinesen verschreckt. Zudem machten kauffreudige Touristen aus Angst vor Terroranschlägen einen Bogen um die Metropolen in Europa.

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Florierende Geschäfte verbuchte Richemont vor allem in China, Korea und Großbritannien. Die USA seien zu Wachstum zurückgekehrt und hätten China als größten Einzelmarkt abgelöst, teilte der Konzern mit.

Richemont - die auch Ledermode und Schreibutensilien im Sortiment haben - gibt sich gewohnt vorsichtig über die weiteren Aussichten. Der Genfer Konzern geht davon aus, dass im Handelsumfeld Unsicherheit und Volatilität anhalten dürften. "Nennen Sie mir das ganze Szenario von Handel und Währungen. Dann werde ich Ihnen einen Ausblick geben", sagte Verwaltungsratspräsident Johann Rupert.

Das Jahresergebnis ist stark von Sondereffekten beeinflusst. Im Zusammenhang mit der Fusion der Online-Tochter Net-a-Porter mit der italienischen Yoox hatte Richemont im Vorjahr einen Buchungsgewinn von 639 Millionen Euro erzielt. Auch hat der Konzern Immobilien sowohl ge- als auch verkauft. Vor allem im ersten Halbjahr machte dem Konzern auch die Rücknahme von unverkauften Uhren von Händlern zu schaffen.

Konzernumbau hält an

Richemont stellt seine Führungsmannschaft gerade neu auf. "Wir befinden uns weiterhin in einer Phase des Umbaus", sagte Rupert. Zur Generalversammlung werden neue Mitglieder für den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Dazu zählt auch Anton Rupert, der Sohn des langjährigen Chefs, der als Bindeglied zwischen kontrollierenden Aktionären und Managern fungieren soll.

Im November hatte Richemont angekündigt, dass sowohl der langjährige Konzernchef Richard Lepeu als auch Finanzchef Gary Saage ihre Ämter abgeben. Ein neuer Chef wurde nicht bestimmt. Diese Aufgabe hatte Präsident Johann Rupert übernommen.

An der Börse kam der Jahresbericht nicht gut an. Die Aktie brach um mehr als sechs Prozent ein. Die Anleger will der Konzern mit einer um 0,10 auf 1,80 Franken erhöhten Dividende und mit der Lancierung eines Programms zum Rückkauf von bis zu zehn Millionen Aktien trösten.

Händler vermissten eine positive Überraschung und sprachen von Gewinnmitnahmen. "Die Aktie ist seit Jahresanfang stark gestiegen und auch nach dem heutigen Kurseinbruch beträgt das Plus noch mehr als ein Fünftel", sagte ein Händler.

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