Ringen um Stada-Übernahme: Investoren wollen Kauf zu zweit stemmen

Ringen um Stada-Übernahme: Investoren wollen Kauf zu zweit stemmen

, aktualisiert 06. März 2017, 21:28 Uhr
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Die Beteiligungsfirmen Advent und Permira sprächen intensiv über ein gemeinsames Gebot, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montagabend der Nachrichtenagentur Reuters.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Beteiligungsfirmen Advent und Permira sprechen Insidern zufolge über ein gemeinsames Gebot für den Arzneimittel-Hersteller Stada. Aber auch die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven hätten sich zusammengetan.

FrankfurtIm Ringen um die milliardenschwere Übernahme des Arzneimittel-Herstellers Stada wollen Finanzkreisen zufolge jeweils zwei Finanzinvestoren gemeinsam bieten. Die Beteiligungsfirmen Advent und Permira sprächen intensiv über ein gemeinsames Gebot, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montagabend der Nachrichtenagentur Reuters. Darüber hatte zuvor die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagausgabe) berichtet. Aber auch die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven, die bisher getrennt voneinander den Hut in den Ring geworfen hatten, hätten sich als Bietergemeinschaft zusammengetan, um Stada zu erwerben, sagten drei Insider. Cinven, Permira und Advent wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Bisher liegen die höchsten Offerten - von Advent und Bain - bei jeweils 58 Euro je Aktie. Damit würde Stada einschließlich Schulden mit 4,7 Milliarden Euro bewertet. Cinven war mit einer Offerte über 56 Euro je Aktie vorgeprescht. Derzeit prüfen alle Interessenten die Bücher von Stada. Vorstandschef Matthias Wiedenfels hofft, dass sie dort weitere Informationen entdecken, die eine Aufstockung rechtfertigen. Großen Spielraum sehen die Bieter aber nicht mehr. Damit sich Gebote von mehr als 60 Euro je Aktie lohnten, müssten die neuen Eigentümer tiefer schneiden als geplant. Doch sowohl Stada als auch die Bieter pochen auf eine freundliche Übernahme. "Das Ende der Fahnenstange ist in Sicht", formulierte ein Banker.

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Advent hat bereits klargemacht, dass der Investor bei Stada nicht an eine Aufspaltung des Konzerns in einen Markenprodukte- (Ladival, Grippostad) und einen Generika-Konzern denkt, sondern eher an Zukäufe. Auf dieser Linie liegt Finanzkreisen zufolge auch Permira. Die Beteiligungsfirma hatte lange mit einer eigenen Offerte geliebäugelt, aber keine abgegeben. Advent und Permira würden jeweils 50 Prozent an Stada übernehmen, hieß es in Finanzkreisen. Der singapurische Staatsfonds GIC, mit dem Advent ebenfalls gesprochen habe, käme dagegen nur als Minderheitsaktionär in Frage.

Stada wäre für alle Finanzinvestoren ein dicker Brocken. Sie müssten nach den üblichen Regularien mehr als zwei Milliarden Euro Eigenkapital investieren. Viele Fonds stoßen damit an ihre Grenzen. Eine gemeinsame Offerte ließe mehr Spielraum für Zukäufe, die einen lukrativen Weiterverkauf nach einigen Jahren ermöglichen würden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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