Bild: PresseVale
Umsatz: 40,4 Milliarden US-Dollar
Operativer Gewinn: 19,7 Milliarden US-Dollar
Das brasilianische Wachstumswunder droht zu einem Spielball der Innenpolitik zu werden. In zwölf Jahren von rund drei auf gut 50 Milliarden Dollar Umsatz – selbst für die Minenbranche hat das ehemalige Staatsunternehmen Vale aus Rio atemberaubend zugelegt. 133.000 Menschen arbeiten für den Rohstoffriesen. Vale betreibt Minen in Südamerika, Australien, China, Indien, Angola und Südafrika, aber auch in Finnland und Kanada. Erst im Dezember hat Vale nach monatelanger Blockade die Erlaubnis erhalten, mit seinen Mega-Erzfrachter mit einem Kapazität von 400.000 Tonnen in chinesischen Häfen anlegen zu dürfen. Vale hatte Milliarden in den Bau der Frachter investiert. 2012 will der Bergbaukonzern rund 130 Millionen Tonnen Eisenerz nach China exportieren - das sind 40 Prozent seiner gesamten Produktion.Vale ist der weltweit größte Anbieter von Eisenerz und hält einen Marktanteil von 17 Prozent.
Bild: rtrRio Tinto
Umsatz: 46,7 Milliarden US-Dollar
operativer Gewinn: 12,1 Milliarden US-Dollar
Das britisch-australische Konglomerat hat eine bewegte Geschichte. Die heute in London und dem australischen Melbourne beheimatete Rio Tinto verfügt sicher über die längste Geschichte der großen Minenkonzerne – und über die bewegteste Gegenwart. Vor fünf Jahren übernahm sich Rio fast mit der Übernahme des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan, dann startete Konkurrent BHP eine feindliche Übernahme, und 2009 gab es Konflikte mit China, unter anderem wegen Spionagevorwürfen. 2011 übernahm Rio Tinto den Kokskohle-Förderer Riversdale, der vielversprechende Bergwerke in Mosambik betreibt. Damit stärkte der anglo-australische Konzern seine Position im Kohlesektor. Kokskohle wird zur Stahlproduktion benötigt.Rio Tinto ist der weltweit zweitgrößte Anbieter von Eisenerz mit einem Marktanteil von 17 Prozent. Bei Kupfer reicht es für Rang fünf mit einem Marktanteil von 4,8 Prozent.
Bild: PresseBHP Billiton
Umsatz*: 55,4 Milliarden US-DollarOperativer Gewinn*: 24,7 Milliarden US-Dollar
Die britisch-australische Dealmaschine ist noch der Branchenmaßstab. Als 2001 die 1885 im australischen Outback als Broken Hill Proprietary gegründete BHP und die 1860 in Den Haag gestartete Billiton fusionieren, begann eine kleine Revolution der bis dahin ruhigen Branche. Zehn Jahre, einen Schwenk zu modernen Managementmethoden und viele Zukäufe später ist der inzwischen britisch-australische Konzern das Vorbild in Sachen Effizienz.
Im zweiten Halbjahr 2011 (= erste HB des Geschäftsjahres) macht BHP 37,5 Milliarden Dollar Umsatz und 18,7 Milliarden Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.
BHP Billiton ist weltweit der drittgrößte Anbieter von Eisenerz und hält eine Marktanteil von 8,2 Prozent. Bei Kupfer schafft es der Konzern mit einem Anteil von 7,1 Prozent auf Platz vier.
* geschätzt
Bild: rtrAnglo American
Umsatz: 28,6 Milliarden US-Dollar
Operativer Gewinn: 8,5 Milliarden US-Dollar
Die Südafrikaner haben das edelste Portfolio und den schlechtesten Ruf . Diamanten, Gold und Platin sind die besten Freunde von Cynthia Carroll – damit verdient die Anglo-American-Chefin das meiste Geld. Dem 1917 von dem Bankier John Pierpont Morgan gegründeten südafrikanisch-britischen Unternehmen gehört etwa zur 45 Prozent der Diamantenriese De Beers. Den schlechten Ruf in Sachen Umweltschutz und Sicherheit zu verbessern, ist eines der Hauptziele von Carroll.Anglo American ist weltweit der zweitgrößte Anbieter von Palladium mit einem Marktanteil von 18,5 Prozent. Platz eins belegt das russische Unternehmen Norilsk mit einem Marktanteil von 44 Prozent.
Bild: rtrGlencore Xstrata
Umsatz: 161,7 Milliarden US-Dollar
Operativer Gewinn: 9,3 Milliarden US-Dollar
Die Fusion zwischen dem größten Kohleexporteuer Glencore und dem größten Zinkproduzenten der Welt Xstrata hat sich lange angebahnt. Glencore hielt bisher 37 Prozent an Xstrata. Die Hauptsitze der beiden Schweizer Unternehmen sind nur wenige Kilometer von einander entfernt - Glencore sitzt in Zug, Xstrata in Baar. Die Firmenchefs Ivan Glasenberg (Glencore) und Mick Davis (Xstrata) kennen sich schon aus Studienzeiten. Die Unternehmen waren bereits stark über Abnahme- und Vermarktungsverträge miteinander verwoben. Ein Drittel der Xstrata-Umsätze kam über Verkäuft an Glencore zu stande.
Glencore Xstrata ist mit einem Marktanteil von 13,5 Prozent der weltweit größte Anbieter von Zink, bei Kupfer schaffen es die Schweizer auf Platz 3 mit einem Anteil von 7,4 Prozent.
Bild: rtrChina Shenhua
Der chinesische Rohstoffkonzern ist der zweitgrößte Kohleproduzent der Welt. Durch Übernahmen im Energiesektor ist der Börsenwert des größten asiatischen Rohstoffunternehmens auf 65,5 Milliarden Dollar angewachsen. Die Aktiengesellschaft beschäftigt rund 42.000 Mitarbeiter und betreibt neben dem Bergbau ein Eisenbahnnetz, zwei Hafenanlagen und elf Kohlekraftwerke mit fast 12 Megawatt Leistung.
Vale
Umsatz: 40,4 Milliarden US-Dollar
Operativer Gewinn: 19,7 Milliarden US-Dollar
Das brasilianische Wachstumswunder droht zu einem Spielball der Innenpolitik zu werden. In zwölf Jahren von rund drei auf gut 50 Milliarden Dollar Umsatz – selbst für die Minenbranche hat das ehemalige Staatsunternehmen Vale aus Rio atemberaubend zugelegt. 133.000 Menschen arbeiten für den Rohstoffriesen. Vale betreibt Minen in Südamerika, Australien, China, Indien, Angola und Südafrika, aber auch in Finnland und Kanada. Erst im Dezember hat Vale nach monatelanger Blockade die Erlaubnis erhalten, mit seinen Mega-Erzfrachter mit einem Kapazität von 400.000 Tonnen in chinesischen Häfen anlegen zu dürfen. Vale hatte Milliarden in den Bau der Frachter investiert. 2012 will der Bergbaukonzern rund 130 Millionen Tonnen Eisenerz nach China exportieren - das sind 40 Prozent seiner gesamten Produktion.
Vale ist der weltweit größte Anbieter von Eisenerz und hält einen Marktanteil von 17 Prozent.
Wer in Pannawonica ankommt, hat das Ende der Welt erreicht. Ein paar staubige Straßen, gesäumt von schlichten Holzhäusern. Die Hitze ist erdrückend. Nur das Brummen der Klimaanlagen und einige klappernde Fliegengitter durchdringen die Stille. Wenige Autostunden nordöstlich stößt man auf die Küste des Indischen Ozeans. Tausende Kilometer offene See. Nach Osten erstreckt sich die Region Pilbara. Tausende Kilometer karge australische Wildnis.
Aaron liebt die Stille. Ein Bär von einem Mann, Mitte fünfzig, mit einem von der Sonne vernarbten Gesicht und weißem Bart. Ein Einsiedlertyp, der mal bei der Polizei in Perth gearbeitet hat, bis ihm die Großstadt zu viel wurde. »Zu viele Menschen«, murmelt er. Jetzt hat er einen Job, bei dem er die meiste Zeit alleine ist. Wie die anderen 600 Seelen, die in Pannawonica leben, arbeitet Aaron für das Bergbauunternehmen Rio Tinto in der Mine Mesa J. Zwölf Stunden am Tag sitzt er in der gläsernen Kabine eines riesigen Muldenkippers und fährt Eisenerz von der Abbruchstelle zum Brecher, wo die großen roten Brocken zerkleinert werden. Es ist eine Arbeit, die sich mit der Gleichmäßigkeit eines Pendels wiederholt.
Börse: Rohstoffaktien
Börsenkurs von BHP Billiton
in Euro
Börsenkurs von Vale S.A. in Euro
Börsenkurs von Rio Tinto in Euro
Börsenkurs von Xstrata in Euro
Börsenkurs von Glencore in Euro
Börsenkurs von Anglo American in Euro
Börsenkurs von BHP Billiton
in Euro
Eine der wichtigsten Regionen für die Wirtschaft
Der Betrieb läuft rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Mit jeder Fuhre, die Aaron und seine Kumpel in den zehn anderen Muldenkippern machen, vergrößern sie einen flachen Krater, der mehrere Quadratkilometer groß im Outback klafft. Was der Brecher ausstößt, landet auf einem Fließband, das sich fast einen Kilometer durch diese karge Erde zieht. Es trägt die kostbaren roten Klumpen zu einem Haufen von mehreren Millionen Tonnen Erz zusammen, der sich wie eine Sandburg aus der Landschaft erhebt. Durch diesen Haufen führt ein Eisenbahntunnel, in dem Güterzüge die Ladung aufnehmen. Ist der Zug voll, gehen 3.800 Tonnen Eisenerz auf die Reise zur Küste. »Ist doch toll, mein großer Sandkasten, oder?«, fragt Aaron mit breitem Grinsen.
Jedes Jahr graben Aaron und seine Kollegen sieben Millionen Tonnen Eisenerz aus der Mine Mesa J. 24 weitere Minen in der Region produzieren ähnliche Mengen. Am Ende stammt jede dritte Tonne Eisenerz, die über die Weltmeere verschifft wird, aus der Pilbara-Wüste. Für die globale Wirtschaft ist diese Wildnis eine der wichtigsten Regionen.
























