ThemaRohstoffe

Rosneft: Langer Arm

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Die Staatsmacht im Rücken - Rosneft-Boss Igor Setschin kauft TNK-BP auf

von Andreas Wildhagen

In Russland entsteht der größte Ölförderer der Welt.

Der Deal ist die größte Transaktion am Ölmarkt seit der Fusion der US-Ölkonzerne Exxon und Mobil im Jahr 1998: Russlands Präsident Wladimir Putin schmiedet zusammen mit seinem Freund Igor Setschin, dem 52-jährigen Chef des russischen Ölgiganten Rosneft, einen neuen Energiemulti. Der vom Kreml ferngesteuerte Förderer Rosneft übernimmt in zwei Schritten für rund 55 Milliarden Dollar das bisher recht unglücklich agierende Joint Venture TNK-BP. Im Tausch für seinen 50-Prozent-Anteil erhält der britische Mineralölkonzern BP 19,75 Prozent an Rosneft und eine Menge Bares.

Das Milliardengeschäft gilt als Meisterstück von Putin in seinem Versuch, die Rohstoffvorkommen der Russischen Föderation wieder unter Staatskontrolle zu bekommen. Nach Abwicklung des Deals hält der russische Staat 69,5 Prozent an Rosneft, BP wird dann mit seinem Anteil zweitgrößter Aktionär und behält den Zugang zu den russischen Erdölreserven. Der Anteil des Rosneft-Streubesitzes wird 10,75 Prozent betragen, wobei davon neun Prozent die russische Sberbank für Dritte hält. Bei der Transaktion erhält BP 12,3 Milliarden Dollar als Barausgleich von Rosneft – wobei bisher noch nicht klar ist, woher Rosneft dieses Geld nehmen will. Wahrscheinlich hilft der russische Staat finanziell aus.

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Obwohl Staatseingriffe in den Energiesektor weltweit nichts Ungewöhnliches sind, stößt die Rolle von Rosneft außerhalb Russlands auf Kritik. Staatliche Förderlizenzen wurden vielfach nicht an TNK-BP vergeben, sondern an Rosneft, sodass BP bald keine wirtschaftliche Perspektive für das Joint Venture mehr sah. Umgekehrt sorgte im Kreml das vielfach als arrogant empfundene Auftreten von BP-Managern für wachsenden Unmut, berichten russische Branchenbeobachter.

Polyglotter Manager

Dem nun bald größten Ölförderer der Welt – es folgen Petrochina und Exxon-Mobil – steht ein polyglotter russischer Manager vor. Setschin studierte Romanistik, er spricht neben Englisch auch Portugiesisch. In der Sowjet-Ära arbeitete er als Energieberater in Angola. Die russische Wirtschaftszeitschrift „Wedomosti“ nannte ihn den „informellen Verwalter der russischen Wirtschaft“.

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