Rote Zahlen: Durststrecke bei HeidelDruck hält an

Rote Zahlen: Durststrecke bei HeidelDruck hält an

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Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck kommt nicht aus den roten Zahlen.

Quelle:Reuters

Trotz einer leichten Belebung der Nachfrage hält die Durststrecke des weltgrößten Druckmaschinenbauers Heidelberg an. Der schon vier Jahre in den roten Zahlen feststeckende Weltmarktführer kündigte am Donnerstag ein weiteres Verlustjahr ohne Dividendenzahlung an.

"Es wird dieses Jahr noch nicht für einen Überschuss reichen", räumte HeidelDruck-Vorstandschef Bernhard Schreier am Donnerstag ein. Dies gelte, obwohl die Druckereien rund um den Globus zuletzt so viele neue Bogendruckmaschinen orderten wie seit vier Jahren nicht mehr. HeidelDruck muss zunächst den teuren Stellenabbau auf knapp 14.000 Mitarbeiter schultern, den zweiten personellen Aderlass in wenigen Jahren.

Vor fünf Jahren hatte der mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent weltweit führende Hersteller von Druckmaschinen für die Massenproduktion von Broschüren, Plakaten, Verpackungen und Geschäftspost noch knapp 20.000 Beschäftigte. „Wir haben ein enttäuschendes Geschäftsjahr hinter uns“, zog Schreier Bilanz für die im März zu Ende gegangene Finanzperiode 2011/12. Der Umsatz schrumpfte um 1,3 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro - geplant war ein Anstieg auf 2,8 Milliarden Euro.

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Auch der Auftragseingang fiel mit 2,56 Milliarden Euro sieben Prozent schwächer als vor Jahresfrist aus und blieb 200 Millionen Euro hinter der Planung zurück. Unter dem Strich verbuchten die mit Komori aus Japan und Koenig & Bauer aus Bayern konkurrierenden Heidelberger einen Verlust von 230 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Geringere Investitionen

„Wir haben die Dimension der Abwärtsbewegung unterschätzt“, räumte der seit knapp 13 Jahren an der Vorstandsspitze stehende Schreier ein. Der neuerliche Stellenabbau soll die Kosten nun so weit drücken, dass künftig schon bei einem Umsatz von knapp 2,4 Milliarden Euro Gewinne möglich werden. Diese Schrumpfkur ist nötig, da die Zahl der Druckereien in den Industrieländern immer weiter sinkt und die Kunden in den Schwellenländern Maschinen zu günstigeren Preisen verlangen.

Zudem geben die Druckereien im Schnitt mit 1,8 Prozent ihres Umsatzes weniger Geld für Neuanschaffungen aus als früher, rechnet HeidelDruck vor: Vor Jahren seien noch drei Prozent pro Jahr investiert worden. Für das laufende Geschäftsjahr weckte Vorstandschef Schreier Hoffnungen auf eine allmähliche Besserung. Die Talfahrt beim Umsatz sei gestoppt und der Auftragseingang im Zuge der alle vier Jahre stattfindenden Messe Drupa auf mehr als 800 Millionen Euro gestiegen. „Wir sind gut positioniert und werden die unbestrittene Nummer Eins für die Kunden aus der Druckindustrie bleiben“, sagte Schreier.

Mit einer Fabrik in China und gut 4500 Vertriebs- und Service-Mitarbeitern sei Heidelberger Druck weltweit stärker präsent als jeder Wettbewerber. Dagegen kämpfe die Konkurrenz aus Japan mit dem starken Yen, Wettbewerber Manroland ging bankrott und wurde aufgespalten. Zudem steige das Druckvolumen derzeit leicht an, denn in den Schwellenländern würden immer mehr Verpackungen bedruckt. Auch die Kooperation mit dem Digitaldruck-Hersteller Ricoh zahlt sich inzwischen aus: Die Anlaufverluste seien gestoppt. Der Weiterverkauf der für kleine Druckauflagen geeigneten Ricoh-Maschinen werfe Gewinne ab, sagte Technikvorstand Stephan Plenz.

Quelle:  Reuters
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