Rückschlag: Industrie kämpft mit Auftragsrückgang

ThemaMaschinenbau

Rückschlag: Industrie kämpft mit Auftragsrückgang

Die deutsche Wirtschaft wird durch die Eurokrise belastet. Sie kämpft mit dem stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mit.

Die Zeiten, in denen sich die deutsche Industrie vor Aufträgen nicht retten konnte, sind vorbei: Die Eurokrise und die schwächelnde Weltkonjunktur schlagen immer stärker auf die deutsche Wirtschaft durch. 3,3 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat waren im September zu verzeichnen. Bereits im August gingen die Aufträge um 0,8 Prozent zurück. „Das schwache wirtschaftliche Umfeld des Euroraums, aber auch der übrigen Weltwirtschaft schlägt sich mittlerweile deutlicher als im ersten Halbjahr bei der Nachfrage nach deutschen industriellen Erzeugnissen nieder“, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Nachfrage aus dem Ausland war mit minus 4,5 Prozent besonders stark rückläufig. 9,6 Prozent weniger Aufträge kamen sogar aus dem Euroraum. Im Inland sank das Auftragsvolumen lediglich um 1,8 Prozent. Unterdurchschnittlich war allerdings auch der Umfang von Großaufträgen, die gewöhnlich stark zu Buche schlagen.

Der Auftragseinbruch zieht sich den Angaben zufolge durch fast alle Bereiche. Bei Vorleistungsgütern gingen die Bestellungen um 5,0 Prozent zurück, im wichtigen Investitionsgüterbereich um 2,4 Prozent, bei Konsumgütern um 1,7 Prozent. Einer der wenigen Lichtblicke bleibt der Maschinenbau. Die Schlüsselbranche verzeichnete im September ein Auftragsplus 11,1 Prozent. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hatte aber erst vergangene Woche erklärt, für eine Entwarnung sei es zu früh, das niedrigere Vorjahresniveau und das Zusammentreffen zahlreicher Großaufträge aus den Nicht-Euro-Ländern verzerrten das Bild.

Am Mittwoch stellen die fünf Wirtschaftsweisen in Berlin ihre neue Konjunkturprognose vor. Nach Informationen des „Handelsblattes“ (Mittwochsausgabe) ist der Sachverständigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit seinen Konjunkturerwartungen für Deutschland noch vorsichtiger als die Bundesregierung. Für kommendes Jahr erwarten die Experten lediglich 0,8 Prozent reales Wachstum, genauso viel wie dieses Jahr. Die Regierung rechnet mit einem Prozent.

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