Rücktrittsforderungen gegen Cromme: Ackermann verteidigt Noch-Siemens-Chef Löscher

Rücktrittsforderungen gegen Cromme: Ackermann verteidigt Noch-Siemens-Chef Löscher

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Aktionärsschützer haben auch den Rücktritt von Siemens-Aufsichtsrat-Chef Gerhard Cromme gefordert.

Quelle:Handeslsblatt

Wegen der Ablösung von Siemens-Chef Löscher gerät nun auch Aufsichtsratschef Cromme unter Druck. Unterdessen kritisierte der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Löschers Absetzung als unwürdig.

Nach dem für Mittwoch angekündigten Aus für Siemens-Chef Peter Löscher haben Aktionärsschützer auch den Rücktritt von Aufsichtsrat-Chef Gerhard Cromme gefordert. "Sollte Herr Löscher, wie oft kolportiert, es nie geschafft haben, Teil der Siemens-Familie zu werden und auf interne Auseinandersetzungen und Machtkämpfe gestoßen sein, so hätte der Aufsichtsrat das schon längst erkennen müssen und spätestens vor der letzten Vertragsverlängerung gegensteuern müssen", sagte Daniel Bauer, Vorstandsmitglied bei der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) Handelsblatt Online. Nun müsse man noch eine Millionen Euro teure Abfindung hinnehmen. Daher dürfe man die Rolle des Aufsichtsrates sicherlich kritisch betrachten. "Ein Neuanfang auch an dieser Stelle mit Personen, die ihre Aufgabe ernst nehmen und reagieren, bevor es zu spät ist, erscheint daher durchaus auch angebracht zu sein."

"Herr Cromme soll den Übergang an der Siemens-Spitze noch gut steuern und dann seine eigene Nachfolgeregelung in die Hand nehmen", sagte auch die Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, der "Welt" vom Montag. Nur mit einem Wechsel auf den Chefsesseln von Vorstand und Aufsichtsrat habe Siemens wirklich die Möglichkeit für einen Neuanfang.

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Einst war Gerhard Cromme gefeierter Star, beschimpfter Veränderer, kreativer Zerstörer der Stahlindustrie, Fusionstreiber und Goldjunge von Berthold Beitz. Alles Geschichte. Nur eine Frage bleibt noch offen.

Foto von Gerhard Cromme Quelle: dpa

SdK-Vorstand Bauer verglich die Vorgänge bei Siemens mit dem Fußballgeschäft. Der Trainer werde gefeuert, wenn die Mannschaft nicht gewinnt. Es bleibe aber "klar festzuhalten, dass Herr Löscher als damals Außenstehender gute Arbeit in Bezug auf die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre gemacht hat", betonte der Aktionärsschützer. Das er nun aufgrund mangelnder geschäftlicher Erfolge gehen muss, komme nicht überraschend. "Dabei macht uns weniger die Korrektur einer reinen Finanzprognose Sorgen, sondern vielmehr der Umstand, dass Siemens in mehreren Bereichen Probleme zu haben scheint, wie das Beispiel der ICE-Züge zeigt", sagte Bauer.

"Hierbei macht es manchmal den Eindruck, als ob Siemens "Technik nicht mehr kann"." Dafür sei aber sicherlich nicht alleine Löscher zuständig. "Dies trifft den gesamten Vorstand inklusive aller Segment-CEOs", so Bauer. "Denn die wesentlichen Entscheidungen werden nicht nur vom Vorstandsvorsitzenden alleine getroffen, sondern im Team erarbeitet."

Drei prominente Vertreter auf der Kapitalseite des Kontrollgremiums stören sich Insidern zufolge ebenfalls an der Art und Weise, wie Löscher herausgedrängt wird. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Allianz-Chef Michael Diekmann und die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sind demnach gegen eine Ablösung auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch. Sie kritisieren das Verfahren der Absetzung als unwürdig für einen Weltkonzern, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren hat. Die Rede ist von einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" oder gar von einem "Putsch" gegen Löscher.

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