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Rüstung als Zweitgeschäft: Diskret im Dienste der Bundeswehr

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Deutsche Bahn, DHL, Siemens - eine ganze Reihe von Unternehmen, die man nicht in diesem Segment vermutet hätte, verdient gut mit Rüstungsprodukten und Dienstleistungen. Ein Blick hinter die zivile Kulisse.

Lieber in Deckung bleiben: Mit ihren Geschäftsbeziehungen zu militärischen Auftraggebern gehen viele Unternehmen nicht gerade hausieren. Quelle: REUTERS
Lieber in Deckung bleiben: Mit ihren Geschäftsbeziehungen zu militärischen Auftraggebern gehen viele Unternehmen nicht gerade hausieren. Quelle: REUTERS

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Mit der Deutschen Rüstungsbrache ist es ein wenig wie mit einem Eisberg. Während Wettbewerber in den USA, Großbritannien oder Frankreich in der Regel nur Schießgerät bauen, gibt es in Deutschland nur wenige reine Waffenhersteller wie den Münchner Panzerproduzenten Krauss-Maffei Wegmann und den badischen Schusswaffenhersteller Heckler & Koch – bekannt für seine Sturmgewehre G3 oder G36 und das von den Terroristen der Roten Armee Fraktion in ihrem Logo verwendete Maschinenpistole MP5.

Für den größten Teil des Jahresumsatzes von rund 16 Milliarden Euro der deutschen Rüstungsunternehmen sorgen jedoch Unternehmen, die neben Waffen und Sicherheitstechnologien wie Grenzüberwachung und sichere Kommunikation, vor allem zivile Produkte herstellen.

Unbekannte Rüstungshelferlein

DHL
2002 haben die Deutsche Post und die Bundeswehr einen Vertrag unterschrieben: Die Post-Tochter DHL übernimmt seitdem die Logistik der Bundeswehr. Deutschland- und weltweit versendet DHL - branchenintern gerne spöttisch Deutsche Heeres-Logistik genannt - militärische Dokumente, Briefe und Päckchen an die Soldaten sowie Ausrüstung und Lebensmittel bis zu 50 Kilo. Im März 2002 fing DHL an, auch Sendungen nach Kabul (Afghanistan) zu bringen, 2003 ging der Luftexpress-Service auch für US-Soldaten in den Iran. Laut DHL handelt es sich bei einem Großteil der Sendungen um Hilfsgüter. 2005 sah es dann so aus, als wolle die Post-Tochter ihre Kooperation mit der Bundeswehr ausbauen: Die Bundeswehr hatte bekannt gegeben, dass private Firmen Teile ihrer Logistik übernehmen sollten. Konkret ging es um 190 Depots, 16 Materiallager mit rund 2000 Bundeswehr-Angestellten, Lager, Verteilzentren und Ausgabestellen. Außer DHL hatten sich damals auch die Bahn-Tochter DB Schenker, EADS sowie zwei weitere Logistikfirmen beworben. Der Auftragswert lag bei rund einer Milliarde Euro. Das scheint der Deutschen Post zu wenig gewesen zu sein. Im November 2009 zog das Unternehmen seine Bewerbung zurück. Die mit dem Auftrag verbundenen Risiken seien zu groß, hieß es.

Quelle: Screenshot

Software, Motoren, Schiffe

Dazu zählen nicht nur für Rüstungsprodukte bekannte Konzerne wie Diehl aus Nürnberg, die Düsseldorfer Rheinmetall oder die deutsch-französische Airbus-Mutter EADS. Dazu kommen aber auch viele Dax-Konzerne wie Siemens oder die Deutsche Post, Technologiekonzerne wie Carl Zeiss, Software-Riesen wie IDS Scheer  sowie prominente Autozulieferer wie Tognum und ZF Friedrichshafen vom Bodensee oder Renk aus Augsburg. Dazu kommt noch eine Reihe kleiner Mittelständler wie die Luxusyachten bekannten Fr. Lürssen oder Abeking & Rasmussen, die in ihren Docks auch Kriegsschiffe auf Kiel legen.

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