Rüstung: Der letzte große Panzerdeal

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Rüstung: Der letzte große Panzerdeal

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Zentrale der Rheinmetall AG.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Rheinmetall rechnet trotz eines Großauftrags der Bundeswehr mit roten Zahlen im Rüstungsgeschäft. Das zeigt erneut, warum Konzernchef Armin Papperger den Konzern grundlegend umbauen will.

Für Rheinmetall-Chef Armin Papperger hätte der heutige Dienstag eigentlich ein Freudentag sein können. Denn laut Presseberichten steht der Chef des Düsseldorfer Konzerns nach einer langen Pause endlich wieder vor einem Großauftrag der Bundeswehr über 131 Radpanzer vom Typ Boxer. Zwar baut Rheinmetall das vor allem als Truppentransporter und gut geschützter Krankenwagen genutzte Fahrzeug zusammen mit dem Münchner Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Doch von dem Auftrag im Wert von gut 600 Millionen Euro würden gut 170 Millionen Euro bei Rheinmetall landen.

Doch in der Konzernzentrale an der Düsseldorfer Rheinmetall-Allee überwog heute triste Stimmung. Denn kurz bevor Papperger und sein Finanzchef Helmut Merch am kommenden Donnerstag die Zahlen für die ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres vorstellen wollten, mussten sie gestern Abend ihre Aktionäre mit einer Gewinnwarnung für sein Rüstungsgeschäft verärgern. Das soll nun statt eines Gewinns von bis zu 75 Millionen einen Verlust von zehn Millionen Euro schreiben.

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Das liegt, wie die ansonsten eher verschwiegene Rheinmetall ungewohnt unverblümt mitteilt, vor allem am unerwartet strengen Exportverbot der Bundesregierung, da sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Ziel gesetzt hat. Dazu kommt eine Zurückhaltung anderer Waffenkunden und eine Reihe hausgemachter Probleme. Die Sanierung des Unternehmens ist ebenso teurer als geplant wie die Entwicklung neuer Waffensysteme und dazu kommt „die Vorsorge für mögliche Gewährleistungsansprüche aus einem Geschäft mit Marinewaffen sowie ein verschlechterter Produktmix“, wie Rheinmetall mitteilte.

Und das ist noch nicht das Ende. Denn am Ende der Mitteilung bereitet Rheinmetall seine Anteilseigner auf eine Strafzahlung vor, weil eine Tochter sich einen Auftrag in Griechenland offenbar durch Schmiergelder gesichert hat.

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Bestärkung in der Strategie

Doch so unangenehm der Gewinneinbruch auch ist. Am Ende bestärkt er Papperger in seiner Strategie, Rheinmetall von Grund auf umzubauen. Künftig soll Rheinmetall weniger vom Panzergeschäft mit seinen schwierigen und oft umstrittenen Deals leben, deren Gelingen in der Regel mehr von den politischen Vorgaben der Bundesregierung abhängt als vom Können seiner Ingenieure und Verkäufer. „Die Boxer-Order könnte Rheinmetalls letzter großer Panzerdeal sein“, vermutet ein Insider.

Dafür verhandelt er derzeit vor allem mit dem Essener Stahlkonzern ThyssenKrupp, der sein Marine-Geschäft loswerden will. Die Verhandlungen gehen offenbar gut voran und laut Insidern müssen sich die Partner nur noch über den Preis einigen. Zwar streitet Thyssen ab, dass es Gespräche gebe. „Aber das“, so ein Insider“, ist eher Taktik, um einen höheren Preis zu bekommen.“ Weil die Thyssen-Finanzen wegen der Verluste im Stahlgeschäft derzeit angespannt seien, könne der Konzern einen Verkauf des Geschäfts nur schwer rechtfertigen. „Denn die Sparte ist profitabel und sorgt wegen der vielen hohen Vorauszahlungen beim Bau von U-Booten und Fregatten auch für ausreichend Liquidität“, so ein Thyssen-Insider.

Doch neutrale Beobachter halten das für kein Hindernis. „Am Ende ist es eine Frage der Zeit, bis sich die Rheinmetall und Thyssen einigen.“

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