_

Rüstung: Endlich mehr Sicherheit bei EADS

von Rüdiger Kiani-Kreß

Nach dem Rückschlag in Indien muss die EADS ihr Rüstungsgeschäft grundlegend umbauen.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat in den ersten neun Monaten des Jahres seinen Gewinn gesteigert - und erhöht jetzt die Jahresprognose. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, fiel zwar der operative Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 322 Millionen Euro - doch seit Jahresbeginn hat der Gewinn vor Steuern insgesamt um rund sieben Prozent zugelegt. Das operative Ergebnis stieg in den ersten neun Monaten von 770 auf 823 Millionen Euro. Das Bild zeigt EADS-Chef Louis Gallois (r.) und Airbus-Boss Tom Enders vor einer Airbus A400M.

Quelle: Reuters

Natürlich ärgert es einen Unternehmenschef, wenn er einen Auftrag über 20 Milliarden Dollar ausgerechnet an den bislang erfolglosesten Konkurrenten verliert. Doch EADS-Chef Louis Gallois blieb gelassen, als Indien sich am vergangenen Montag für den Kampfjet Rafale des französischen Dassault-Konzerns entschied und gegen den Euro-Fighter der EADS. So wertvoll die Order für die EADS gewesen wäre, der Verlust hat auch sein Gutes. Er offenbart, dass die EADS das Rüstungsgeschäft neu ausrichten muss. „Der Indien-Deal hätte zwar kurzfristig viel Geld gebracht, aber am Ende den Druck für den überfälligen Strukturwandel gemindert“, sagt ein Insider.

Anzeige

Bisher lebt das Cassidian genannte Rüstungsgeschäft der EADS von Großprojekten. Aber sie sind so teuer, dass die Käufer dann auf Jahre hinaus wenig Geld für andere Anschaffungen haben, wie das Beispiel des Militärtransporters A400M zeigt. Und die Projekte laufen so lange, dass die Modelle überholt sind, wenn sie endlich ausgeliefert werden. Beispiel: der Transporthubschrauber NH-90. Zudem sind die Produkte sicherheitspolitisch oft so sensibel, dass sie kaum exportiert werden dürfen. Aufgrund der klammen Verteidigungsministerien der Partnerländer wären solche Ausfuhren wirtschaftlich aber nötig.

Weitere Artikel

Um dem Druck zu entkommen, wollen Gallois und sein Nachfolger Tom Enders neue Wege gehen. Eher klassisches Gerät wie unbemannte Flugkörper baut die EADS in Kooperationen, etwa mit Rheinmetall. Das stärkste Wachstum sollen jedoch Produkte abseits des Waffengeschäfts bringen wie Datensicherheit oder Grenzüberwachung. Die sind nicht nur günstiger und simpler herzustellen. Sie lassen sich auch ohne Konflikt mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz exportieren.

weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.