Rüstungsgeschäft: Wird ThyssenKrupp seine U-Boot-Werften los?

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Rüstungsgeschäft: Wird ThyssenKrupp seine U-Boot-Werften los?

von Andreas Wildhagen

ThyssenKrupp will seine U-Boot-Werften verkaufen, am liebsten an den schwedischen Rüstungskonzern Saab. Doch nun stockt das Geschäft.

ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ist so weit zufrieden mit seinem Konzernlenker Heinrich Hiesinger. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er vor Kurzem, als der schwer gebeutelte Konzern zum ersten Mal seit zwei Jahren einen, wenn auch kleinen Quartalsgewinn verkündete. „Aber“, so erhob Lehner den Zeigefinger, „wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Das wäre fatal.“

Das weiß auch Konzernchef Hiesinger – und mehr, als ihm lieb sein kann. Denn während weiter die Stahlwerke in Amerika die Zahlen verhageln, muss der 53-Jährige eine neue Herkulesaufgabe angehen: den völligen Umbau der Marinesparte mit ihren Kriegsschiffen sowie den High-Tech-U-Booten, die wegen ihrer Lautlosigkeit bei Militärs besonders begehrt sind.

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DSW-Geschäftsführer "Lage von ThyssenKrupp nicht sonderlich stabil"

Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW, wird auf ThyssenKrupp-Hauptversammlung Fragen an den Vorstand stellen. Seine Einschätzung zur Lage des Stahlkochers.

Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW: "ThyssenKrupp ist zu recht stolz darauf, den Vorstand zu hundert Prozent erneuert zu haben, aber im Aufsichtsrat ziert man sich noch, eine Erneuerung einzuleiten."

Dabei ist der Ex-Siemens-Manager ein Getriebener, dem nun ein Streit mit der Bundesregierung droht. Auf Druck des schwedischen Finanzinvestors Cevian, der 15 Prozent an ThyssenKrupp hält, will Hiesinger nämlich Teile der Maritim-Sparte verkaufen. Bevorzugter Käufer ist der schwedische Rüstungskonzern Saab, der sich 1992 seiner Autotochter entledigte und heute vor allem als Kampfjethersteller dem Eurofighter Konkurrenz macht.

Doch offenbar hat Hiesinger den Geldregen ohne Berlin geplant. Denn auf seiner Verkaufsliste stehen ausgerechnet die beiden U-Boot-Werften, die ThyssenKrupp über seine Kieler Tochter HDW in Malmö und Karlskrona in Schweden baut. Eine Absichtserklärung ist unterschrieben, mehr aber nicht.

Angst vor Abwanderung

Die Angelegenheit stockt, weil Beamte im Bundesverteidigungsministerium fürchten, dass sensibles Know-how zwischen den schwedischen und deutschen ThyssenKrupp-Werften hin- und hergeschoben wurde – und nun in ausländische Hände gelangen könnte.

Im Zentrum des Argwohns stehen die U-Boote mit dem lautlosen Brennstoffzellenantrieb, die ThyssenKrupp in seinen Werften in Deutschland baut. Die Technik unterliegt höchster Geheimhaltung und wurde mit Steuergeldern gefördert. Zwar bauen die ThyssenKrupp-Werften in Malmö und Karlskrona U-Boote mit anderem Antrieb. Und die Essener beteuern, dass ihre Kieler Töchter gegenüber den Schwestern in Schweden das Betriebsgeheimnis hüten. Doch in Berlin stößt das Versprechen auf Skepsis.

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