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Rüstungsindustrie: Soldaten helfen beim Waffenexport

von Hauke Friederichs Quelle: Zeit Online

Die Bundeswehr unterstützt die deutsche Rüstungsindustrie, indem sie deren ausländische Kunden schult und einweist.

Eurofighter

Das international Typhoon genannten Kampfflugzeug ist ein Gemeinschaftsprodukt der deutsch-französischen EADS, der britischen BAE Systems und Alenia aus Italien von EADS. Zu Zeiten des Kalten Kriegs als Jäger 90 erdacht, wollen es die Hauptbestellländer Deutschland, Großbritannien und Italien trotz mehrfacher Erneuerung heute eigentlich nicht mehr abnehmen.

Bild: REUTERS

Es war ein verlockendes Angebot, das die EMT Ingenieursgesellschaft Dipl.-Ing. Hartmut Euer aus dem bayerischen Prenzberg den Saudis unterbreiten konnte. Erstens: ein Drohnensystem namens Luna, wie es seit mehr als zehn Jahren bei der Bundeswehr benutzt wird, und das im Kosovo und in Afghanistan zum Einsatz kam. Und zweitens: eine Produkteinführung der neuen Drohne und entsprechendes Training durch außergewöhnlich erfahrene Ausbilder.

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In diesem zweiten Punkt konnte sich das Unternehmen auf einen langjährigen Partner verlassen: Als der Kauf abgeschlossen war, entsandte die Bundeswehr drei deutsche Soldaten nach Saudi-Arabien, um an Luna auszubilden. Vom 8. Januar bis zum 2. März 2011 dauerte ihre Mission. Das ist bemerkenswert: Die deutsche Armee wird im Ausland aktiv, um bei Rüstungsexporten zu helfen.

Auch die weltweite Rüstungsindustrie bleibt von den Staatsschuldenkrisen nicht verschont: Laut einer aktuellen Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) sanken die Erlöse der 100 größten Rüstungsschmieden im Jahr 2011 um fünf Prozent auf 410 Milliarden Dollar. Als Gründe nannte das Institut zum einen der Sparkurs vieler Regierungen, zum anderen der Truppenabzug aus dem Irak und aus Afghanistan. Bereits 2010 hatte sich der Umsatzanstieg verlangsamt. Die Erlöse der Waffenschmieden lagen um mehr als die Hälfte über dem Niveau von 2002. Rüstungsfirmen hinken dem Konjunkturzyklus hinterher, weil viele Waffen lange Lieferfristen haben.

Lesen Sie, welche Rüstungsunternehmen die Weltspitze anführen und welche deutschen Konzerne unter den Top 100 mitmischen.

Bild: dapd

Die Bundesregierung bestreitet den Einsatz nicht. "Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass industrielle Fähigkeiten in technologischen Kernbereichen der deutschen Rüstungsindustrie erhalten werden", teilt sie mit. Und die Bundeswehr unterstütze seit Jahren als "Referenzkunde" die deutsche wehrtechnische Industrie "beim Export von Rüstungsgütern". Dies geschehe im Einzelfall und »nach erfolgter ausfuhrkontrollrechtlicher Prüfung«.

Einzelfälle? Deutsche Soldaten haben auch schon die Besatzungen von südafrikanischen Korvetten ausgebildet, die in Deutschland gebaut wurden. Sie halfen der Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann bei einem Wüstentest des Kampfpanzers Leopard 2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Luftwaffe schickte Eurofighter-Kampfjets mit deutschen Piloten nach Indien, um dort für die von EADS produzierten Maschinen zu werben. In Indien fanden Tests mit von der EADS-Tochter MBDA hergestellten Panzerabwehrraketen statt, die von einem deutschen Hubschrauber abgefeuert wurden.

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