Rüstungsriesen: Wirre Nachrichtenlage um Fusion von EADS und BAE

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Rüstungsriesen: Wirre Nachrichtenlage um Fusion von EADS und BAE

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Von einem Ende der Fusionsgespräche will bei BAE Systems und EADS niemand gehört haben. „Wir sind überrascht über die Berichte aus Berlin“, sagte ein Sprecher in München.

von Rebecca Eisert

Die Megafusion von EADS und BAE Systems soll geplatzt sein, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Andere Quellen berichten dagegen, die Entscheidung sei verschoben, wieder andere sprechen von einer Annäherung.

Was ist los bei EADS und BAE Systems? Streuen verschiedene Lager bewusst Fehlinformationen über das Vorankommen der Fusion der beiden Luftfahrt- und Rüstungsriesen? Während die Deutsche Presse-Agentur mit Hinweis auf gut unterrichtete Kreise am Mittag berichtet, die Fusion sei geplatzt, weil sich Frankreich und Großbritannien nicht über die Modalitäten einigen könnten, meldet derselbe Nachrichtendienst, Frankreich und Großbritannien hätten sich in Gesprächen angenähert. Es gebe erhebliche Fortschritte bei den Verhandlungen über die Begrenzung der Staatsanteile an dem geplanten neuen Konzern, schreibt dpa unter Nennung eines EADS-Sprechers. Allerdings bleibe eine Einigung von Paris und London weiter abhängig von einer Übereinkunft mit der deutschen Bundesregierung, die weiter ausstehe, hieß es Kreisen zufolge.

EADS zeigte sich überrascht über die Meldung, wonach die Fusionsgespräche gescheitert sein sollen. Noch am Nachmittag seien Gespräche mit BAE geplant. Die Meldung vom Scheitern des Riesenhochzeit hatte die Aktien beider Unternehmen bewegt.

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Durch die Fusion würde der weltweit größte Luftfahrt- und Rüstungskonzern entstehen. Stolperstein sind jedoch britische Bedenken gegen die geplanten Staatsbeteiligungen von Deutschland und Frankreich an dem neuen Konzern, die London für zu hoch hält.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hegt Sympathien für das Zusammengehen der beiden Konzerne. "Ich bin für eine Restrukturierung der europäischen Rüstungsindustrie, um sie wettbewerbsfähiger und effektiver zu machen", sagte der Däne am Rande des Treffens der Verteidigungsminister des Bündnisses am Dienstag in Brüssel. Im Fall von EADS und BAE liege die Entscheidung aber bei den Anteilseignern und beteiligten Regierungen, "die NATO mischt sich da nicht ein".

Kritik an der geplanten Rüstungsehe war zuletzt aber auch vom privaten BAE-Großaktionär Invesco Perpetual gekommen. Er kritisierte das Vorhaben scharf und bemängelte am Montag einen zu starken staatlichen Einfluss, schlechte Konditionen und fehlende strategische Logik. Die Investitionsfirma hält 13 Prozent am Konzern.

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