Salzgitter: Salzgitter speckt an der Spitze ab

KommentarSalzgitter: Salzgitter speckt an der Spitze ab

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Logo der Salzgitter AG

von Andreas Wildhagen

Drei von sechs Vorständen müssen gehen, der Schnitt ist Teil des umfangreichen Restrukturierungsprogramms. Salzgitter allein nicht überlebensfähig

Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter macht ernst mit dem Sparen. Der Konzern, der im ersten Halbjahr einen Verlust in Höhe von 315 Millionen Euro aufhäufte, streicht 1500 von 25.000 Stellen. Und der Schnitt macht auch vor dem Vorstand nicht halt: Neben dem Vorstandschef wird es nur noch den Finanzchef und den Personalleiter geben. Diesen Weg ist der Branchenprimus ThyssenKrupp schon lange gegangen. Seit Winter 2012 ist dort der Vorstand ebenfalls halbiert worden: Technikvorstände, Spartenvorstände braucht der Konzern nicht mehr. Im Dreierteam sind Entscheidungen schneller zu treffen und der Konzern spart zudem noch eine Menge Geld.

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Es ist nicht nur der Stahl, der bei Salzgitter Sorgen bereitet. Auch das Pipelinegeschäft läuft nicht gut. Großpipelines wie Nabucco vom Nahen Osten nach Deutschland werden nicht mehr gebaut, so dass der erhoffte Großauftrag wegbleibt. Das Baugeschäft läuft katastrophal, die Salzgitter-Tochter Peiner Träger erwirtschaftet horrende Verluste. Es stellt sich heraus: Salzgitter ist zu klein für den Weltmarkt. Einzig allein der Großkunde Volkswagen, nicht weit von Salzgitter in Wolfsburg beheimatet, ist ein verlässlicher Kunde für den Flachstahl. Doch von einem guten Kunden kann selbst eine Bäckerei nicht leben, ein Stahlunternehmen noch viel weniger.

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Das alte Gerücht macht die Runde: Salzgitter kann fern von Wasserstraßen  nicht allein überleben. Während ThyssenKrupp wenigstens an Rhein und Ruhr gelegen ist, wo Transportschiffe Importerz und Importkohle heranfahren, liegt die Stadt Salzgitter auf dem flachen Land, nur der Mittellandkanal führt zum Werk. Das Erz wird umständlich von Schiffen im Hamburger Hafen umgeladen auf Erz-Waggons, die sich nach Beladung von Hamburg nach Salzgitter in Bewegung setzen, eine ziemlich umständliche Prozedur, die Salzgitter Nachteile bei der Logistik bringen. Salzgitter benötigt einen Partner. Es bietet sich ThyssenKrupp an. Der Konzern produziert ebenfalls horrende Verluste, eine Fusion würde nur eine Potenzierung eines jeweils dicken Minuszeichens bedeuten. Aber die Nähe zu Volkswagen ist wenigstens ein Vorteil, der im Verbund mit den ThyssenKrupp-Werken voll ausgespielt werden könnte.

Ob Salzgitter sich dabei weiterhin an seine Pipeline-Tochter klammern kann, die nur alle Jubeljahre einen Großauftrag hereinholt, bleibt dabei fraglich.

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