ThemaThyssenKrupp

Salzgitter: ThyssenKrupp soll betrogen haben

03. Dezember 2012

Kurz nachdem ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen sein Amt wegen Luxusreisen niedergelegt hat, kommt der nächste Skandal: Der Konzern soll Salzgitter bei einer Gemeinschaftsfirma betrogen haben.

Der hoch verschuldete Stahlkonzern ThyssenKrupp kommt kurz vor der mit Spannung erwarteten Vorlage seiner Geschäftszahlen wegen immer neuer Ungereimtheiten nicht zur Ruhe. Der Industriekonzern soll den Wettbewerber Salzgitter bei einer Gemeinschaftsfirma betrogen haben. Bei einer Prüfung im Sommer 2011 sei Salzgitter aufgefallen, dass Thyssen zu wenig Geld für die Lieferung von Stahlprodukten der GfT Bautechnik überwiesen habe. Deshalb hätten sich die Konzernchefs, Heinz Jörg Fuhrmann und Heinrich Hiesinger darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zu beenden. Thyssen-Krupp übernahm daraufhin die verbliebenen 30 Prozent von GfT Bautechnik. Der Dax-Konzern bestätigte, dass Salzgitter die Betrugsvorwürfe vorgebracht hatte. Die Angelegenheit sei aber einvernehmlich gelöst worden.

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Vorstand stolpert über Luxusreisen

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen im Zusammenhang mit Berichten über Luxusreisen eingeleitet hatte. Der 54-Jährige bat den Aufsichtsrat, ihn bis auf weiteres von seinen Aufgaben zu entbinden. Das Kontrollgremium, das am 10. Dezember zusammentritt, dürfte dem wohl folgen. Das Gremium muss sich mit einer Reihe von Problemen befassen - von Korruptionsvorwürfen gegen Mitarbeiter, den Verluste schreibenden Übersee-Stahlwerken bis zum schwächelnden Geschäft mit dem Werkstoff in Europa. Am 11. Dezember legt der Konzern seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2011/12 vor.

Claassen beugt sich mit seinem Rückzug dem seit Wochen immer stärker werdenden Druck. "Durch diesen Schritt möchte ich angesichts der derzeitigen öffentlichen Berichterstattung Schaden vom Unternehmen fernhalten, dem ich mich seit über 28 Jahren tief verbunden fühle", ließ er am Samstagabend mitteilen. Der frühere Kommunikationschef und langjährige Vertraute von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme soll Presseberichten zufolge Journalisten zu Luxusreisen eingeladen haben, deren geschätzter Wert zum Teil bei 15.000 Euro lag.

Ermittlungen gegen Claassen könnten noch lange dauern

ThyssenKrupp hatte zunächst die Bedeutung von Pressereisen hervorgehoben. "Pressereisen sind bei ThyssenKrupp - wie bei vielen anderen großen Unternehmen auch - ein wichtiges Element der Medienarbeit", hieß es vor drei Wochen. Sie würden "intern und extern transparent im Einklang sowohl mit unseren internen Regularien als auch mit den einschlägigen Rechtsvorschriften" durchgeführt. Inzwischen hat der Konzern eine interne Untersuchung der Vorwürfe angestoßen. Dabei geht es auch um Dienstreisen der vergangenen Jahre, die Claassen ohne Pressevertreter unternommen hat.

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