Sanofi: CEO-Rauswurf stürzt Sanofi ins Ungewisse

Sanofi: CEO-Rauswurf stürzt Sanofi ins Ungewisse

, aktualisiert 29. Oktober 2014, 16:23 Uhr

Nach dem Rauswurf von Chris Viehbacher verliert der Pharmakonzern Sanofi Milliarden an der Börse. Das macht die Suche nach einem Nachfolger nicht unbedingt leichter.

So mancher Aufsichtsrat mag die Entscheidung vom frühen Morgen bereits kurz darauf wieder bereut haben. Als die Pariser Börse am Mittwoch zu Handelsbeginn vom Rauswurf des Vorstandschefs Chris Viehbacher bei Sanofi erfuhr, sauste der Aktienkurs des französischen Pharmakonzerns steil nach unten.

Zusammen mit dem Kurseinbruch vom Vortag, der ebenfalls den Gerüchten um die Unternehmensführung sowie enttäuschenden Quartalsergebnissen der Diabetes-Sparte geschuldet war, kostete die Personalie Viehbacher den Konzern binnen zwei Tagen rund 15 Milliarden Euro.

Anzeige

Die Branche tippt auf Zwist in der Führungsriege, denn fachlich ist dem 54-jährigen Deutsch-Kanadier nicht viel vorzuwerfen. Nachdem Viehbacher 2008 von dem britischen Konkurrenten Glaxo Smith Klein zu Sanofi gekommen war, hatte er den Konzern aus Aktionärssicht erfolgreich umstrukturiert. Auf die wachsende Konkurrenz durch Generika reagierte er etwa mit der Hinwendung Biotech-Arzneistoffen, die schwieriger nachzuahmen sind.

Diesem Zweck diente auch der Kauf des US-Unternehmens Genzyme, das sich umgehend zum Zugpferd des Konzerns entwickelte. Auf das Auslaufen von Arzneimittel-Patenten antwortete Viehbacher auch mit dem Ausbau der Sparten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Tiergesundheit und Diabetes. Die Mittel gegen die Zuckerkrankheit werden in Frankfurt hergestellt. Zudem leitete er ein Kostensenkungsprogramm im Umfang von zwei Milliarden Euro ein.

Pharmakonzern Sanofi schmeißt Chef Viehbacher raus

Der französische Pharmakonzern Sanofi zieht die Notbremse: Mit sofortiger Wirkung trennt sich das Unternehmen nach diversen Querelen von seinem Chef Christopher Viehbacher.

Pharmariese Sanofi trennt sich von Konzernchef Viehbacher. Quelle: dpa

In den vergangenen Quartalen lief der Umsatz in den Schwellenländern zwar nicht so gut wie erhofft. Auch drückten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen in Europa und den USA das Geschäft. Doch auf die Frage nach den wahren Gründen für die Entlassung fällt als Antwort immer wieder der Name des Verwaltungsratsvorsitzenden Serge Weinberg.

"Er hatte einen zu persönlichen Führungsstil", sagte Weinberg am Mittwoch der Tageszeitung "Le Monde" über Viehbacher. Zu strategischen Differenzen über die Geschäfte in Brasilien und China seien nun Schwierigkeiten in der Diabetes-Sparte hinzu gekommen. "Und schließlich waren die Beziehungen zum Verwaltungsrat nicht allzu transparent."

Der in Politik und Wirtschaft hervorragend vernetzte Ratsvorsitzende und der Firmenchef hatten sich von Anfang an nicht leiden mögen. Viehbacher hätte die beiden Funktionen gerne in Personalunion ausgeübt, wie es in Frankreich nicht ungewöhnlich ist. Doch dass ein Ausländer eine Perle des französischen Aktienindex ohne Aufsicht führt, war ausgeschlossen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%