Schienenkartell: Thyssen-Krupp überprüft Vorstand Eichler

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Schienenkartell: Thyssen-Krupp überprüft Vorstand Eichler

Quelle:Handelsblatt Online

Der Stahlkonzern holt zwei Gutachten zu einer möglichen rechtlichen Verantwortung von Edwin Eichler beim Schienenkartell ein. Der Vorstand soll Hinweise nicht genug geprüft haben. Eine Abberufung ist möglich.

Die Verwicklung von Thyssen-Krupp in das Schienenkartell könnte ein Nachspiel für Konzernvorstand Edwin Eichler haben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats habe beschlossen, „eine gutachterliche Stellungnahme zur Rolle von Herrn Edwin Eichler im sogenannten Schienenkartell und zu einer möglichen rechtlichen Verantwortung einzuholen“, schreibt Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in einem Brief an die Mitglieder des obersten Konzerngremiums.

Ein Sprecher von Thyssen-Krupp bestätigte dies am Dienstag. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats habe beschlossen, ein Gutachten zu einer möglichen rechtlichen Verantwortung Eichlers einzuholen, sagte der Sprecher.

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Mit der Prüfung wurde der renommierte Strafexperte Klaus Volk aus München beauftragt. In einem zweiten Gutachten, das von der Kanzlei Freshfields erstellt wird, soll eine aktienrechtliche Bewertung zur weiteren Vorgehensweise erstellt werden. Bei einer groben Pflichtverletzung könnte der Aufsichtsrat Eichler von seinem Posten abberufen. Beide Gutachten sollen in dieser Woche vorliegen, wie Cromme schreibt.

Eichler, im Konzernvorstand für das Stahlgeschäft von Thyssen-Krupp zuständig, war zwar nicht persönlich an Kartellabsprachen beteiligt; er muss sich aber vorwerfen lassen, dass er interne Hinweise auf ein Kartell auf dem deutschen Schienenmarkt nicht ernsthaft genug geprüft hat.

In den Jahren 2004 und 2006 hatten Beschäftigte des Unternehmens von Absprachen berichtet. Die nachfolgenden internen Ermittlungen blieben aber folgenlos, obwohl sogar eine Beteiligung von Thyssen-Krupp festgestellt worden war. Zumindest über die Untersuchung im Jahr 2006 war Eichler direkt von Mitarbeitern informiert worden.

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Das Bundeskartellamt hatte im Juli Bußgelder gegen mehrere Schienenhersteller, darunter Thyssen-Krupp und die österreichische Voestalpine, wegen illegaler Preisabsprachen verhängt, von denen insbesondere die Deutsche Bahn betroffen war. Allein Thyssen-Krupp musste ein Bußgeld in Höhe von 103 Millionen Euro zahlen. Die betroffene Thyssen-Tochter GfT Gleistechnik fiel in den Verantwortungsbereich Eichlers. Der Manager ist seit Jahren in Führungspositionen für Thyssen-Krupp tätig. Sein Vertrag war erst vor geraumer Zeit bis 2017 verlängert worden. Thyssen-Krupp verweist darauf, seit dem Bekanntwerden des Schienenkartells im Mai 2011 umfassend mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Zwar habe es im Jahr 2006 einen vagen externen Hinweis auf mögliche Kartellabsprachen gegeben, es seien aber keine Kartellverstöße der GfT Gleistechnik festgestellt werden. „Wie wir heute wissen, lag der Grund dafür in der hohen kriminellen Energie der Kartellanten, die durch bewusstes Verschweigen und systematisches Lügen eine frühere Aufklärung des Kartells nicht haben möglich werden lassen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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