_
exklusiv

Schlachtriese : Tönnies will mehr Tierschutz und weniger Schalke-Schulden

von Mario Brück und Peter Steinkirchner

Clemens Tönnies, mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro Chef des größten Schweineschlachtbetriebes in Deutschland, will auf Landwirte und Schweinezüchter einwirken, um die Aufzuchtbedingungen für Schweine zu verbessern. Der Schlachtriese plant zudem die China-Expansion. Für seinen Fußballclub Schalke 04 erwartet Aufsichtsratschef Tönnies weniger Schulden und höhere Einnahmen.

Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04, steht im Schalker Fanblock (rechts) Quelle: dpa
Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04, steht im Schalker Fanblock (rechts) Quelle: dpa

„Wir haben eine Stabsstelle direkt unter dem Vorstand eingerichtet. Dieser Mitarbeiter macht nichts anderes als Tierschutz“, sagte Tönnies der WirtschaftsWoche. „Er sagt uns, wie die Haltungsbedingungen in der idealen Schweineproduktion, -mast und -zucht sein müssen. Mit diesen Vorgaben gehen wir zu den Bauern.“ Tönnies habe die Zusage von allen großen Handelsketten, dass diese höhere Kosten durch höhere Standards mittragen würden. „Dann erhöhen wir alle gemeinsam die Standards“, kündigte der Unternehmenschef an.

Anzeige

Ziel sei der „ideale Stall mit Modellcharakter“, so Tönnies. „Ich denke, in zwei Jahren können wir so weit sein.“ Die erwarteten Preissteigerungen bezifferte er mit „vielleicht 20 Euro“ pro Schwein. Dadurch werde das Fleisch dann „ein klein wenig teurer“. Dies sei allerdings vertretbar, das Fleisch in Deutschland „eher zu günstig“ sei.

Massive Expansion nach China

Der Schweineschlachtbetrieb will nach der Gründung eines Joint Ventures in China massiv wachsen, kündigte Tönnies an. Dazu werde er helfen, in China ein flächendeckendes Netz großer Zerlegebetriebe aufzubauen, die das Unternehmen auch mit Schweinefleisch aus Deutschland beliefern werde. „Wir bauen dafür hier am Stammsitz in Rheda gerade die neue Verpackungs- und Gefrierlogistik“, sagte Tönnies.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.01.2012, 12:37 UhrAnonymer Benutzer: Antonietta

    Schlachtung
    Zuerst betäubt man die Tiere: Rinder mit einem Bolzenschussgerät, Schweine und Hühner entweder mit einem Stromstoß oder mit Gas. Die Körper hängt man auf Haken und schlitzt die Blutbahnen auf, damit die Tiere ausbluten. Die Köpfe trennt man ab. Dann zieht man den Tieren die Haut ab. Schweine "brüht" man vorher: Man legt sie in heißes Wasser, damit man die Borsten besser entfernen kann. Dann entfernt man die Innereien und zerlegt das Tier in einzelne Stücke. In Deutschland werden rund 500.000 Schweine und 200.000 Rinder pro Jahr nicht ordentlich betäubt, so dass sie bei Bewusstsein verbrüht oder zerteilt werden.

  • 23.01.2012, 09:25 UhrAnonymer Benutzer: Monika

    Es ist beschämend wie Herr Tönnies Tierschutz definiert: Expansion nach China und Aufbau von Mastanlagen. Das Tier als Ware! Profitgier zum Leid der Tiere in den Massenproduktionsanlagen!

    Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Tierschützer.

    Wenn Herr Tönnies sich für den Tierschutz einsetzen will dann soll er in seinen Betrieben anfangen und auf Freilandhaltung umsteigen. Wenn es schon sein muss, dass Tiere für den Menschen qualvoll sterben müssen, dann unter humanen Bedingungen.

    Artgerechte Haltung sieht anders aus.

  • 22.01.2012, 11:53 UhrAnonymer Benutzer: BiancaWitt

    Durch Massenmord ein Vermögen anhäufen, da bleib ich lieber mein ganzes Leben lang ein armer Schlucker, kann aber in den Spiegel schauen!
    (Und um den peinlichen Kommentaren der Fleischesser vorzubeugen, ich lebe vegan, meine Vit. B12 Haushalt ist perfekt und ich leide nicht an Fettleibigkeit, Herz-KReislaufkrankeiten oder Diabetes!)

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.