Schub für Elektroautos: Tesla legt Patente offen und berät mit BMW

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Schub für Elektroautos: Tesla legt Patente offen und berät mit BMW

, aktualisiert 13. Juni 2014, 12:56 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Tesla will seine Patente offenlegen und so der Konkurrenz zugänglich machen. Zugleich wurde bekannt, dass der Elektro-Pionier in Gesprächen mit BMW über die Entwicklung von Elektroautos steckt.

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Tesla Model S vor der Fabrik im kalifornischen Fremont: Die Brandprobleme an der Elektro-Limousine gelten als gelöst.

Es ist eine Wette mit ungewissem Ausgang: Wie Tesla-Gründer Elon Musk auf dem Firmenblog des Eletroautobauers verkündete, will das Unternehmen auf einen weiteren Schutz seiner Patente verzichten – und so die Technik des hochgelobten Model S auch der Konkurrenz offenlegen. Das Kalkül hinter der Idee: Wenn auch andere Autohersteller die Tesla-Technologie mit nur geringen Entwicklungskosten nutzen können, steigt die Verbreitung von Elektroautos allgemein – wovon dann auch wieder Tesla selbst über ein besseres Lade-Netz und ein höheres Bewusstsein für E-Autos profitiert. Doch es ist eine Wette – der Verlust der exklusiven Technologie könnte auch nach hinten losgehen.

Tesla werde keine Patentklagen gegen all diejenigen anstreben, die „in gutem Glauben unsere Technologie nutzen wollen“, so Musk. „Tesla wurde gegründet, um die Einführung nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen. Wenn wir einen Weg zum Bau attraktiver Elektroautos aufzeigen wollen, dann aber die Landminen des geistigen Eigentums auswerfen um andere behindern, agieren wir genau im Gegensatz zu diesem Ziel.“

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Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

  • Platz 10

    Ford: 59 zugelassene Elektroautos

    Seit 2013 hat Ford den Focus Electric im Angebot. Doch der große Erfolg blieb dem E-Focus bislang verwehrt: In Deutschland wurden bis zum ersten Halbjahr 2014 gerade einmal 59 Fahrzeuge zugelassen.

  • Platz 9

    Tesla: 638 zugelassene Elektroautos

    Mit dem Roadster wurde Tesla einst als Elektropionier gefeiert, auch das aktuelle Model S sorgt für Furore. Doch der Aufschwung scheint gerade erst zu kommen: Bereits im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos von Tesla verkauft als im ganzen Jahr 2013.

  • Platz 8

    Mitsubishi: 926 zugelassene Elektroautos

    Mitsubishi zehrt bei den Elektroautos noch von den Erfolgen des iMiev aus dem Jahr 2011. Damals konnten die Japaner mangels Konkurrenz fast 700 Elektroautos verkaufen. Doch seitdem hat das Interesse am iMiev in Deutschland stark abgenommen, weshalb bis heute nur noch knapp 200 weitere Fahrzeuge dazugekommen sind.

  • Platz 7

    Citroën: 948 zugelassene Elektroautos

    Wie bei Mitsubishi ist die erste Welle des Elektro-Erfolgs bei Citroën wieder abgeklungen. Kein Wunder, schließlich ist der C-Zero der Franzosen mit dem Mitsubishi iMiev baugleich. Er hatte 2012 sein bestes Jahr, danach retteten noch einige Zulassungen für das Citroën-eigene Carsharing die Statistik.

  • Platz 6

    Opel: 1450 zugelassene Elektroautos

    Kein Elektroauto verkaufte sich so gut wie der Opel Ampera. Leider gilt das nur für das Jahr 2012. Seitdem ging es mit den Ampera-Zulassungen bergab, von 828 im Jahr 2012 auf 335 im Jahr 2013. Seit Jahresbeginn 2014 fanden nur noch 46 Amperas einen Käufer.

  • Platz 5

    Nissan: 1712 zugelassene Elektroautos

    Bei Nissan sind die Zulassungszahlen für den Leaf konstanter. Nach dem Anlauf-Jahr 2012 fanden im vergangenen Jahr 855 Leafs einen Abnehmer. Im ersten Halbjahr 2014 waren es wieder knapp 400, womit das Gesamtjahr auf dem Vorjahresniveau liegen könnte.

  • Platz 4

    Renault: 1801 zugelassene Elektroautos

    Mit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. Neben den 1532 Zoe haben seit der Erfassung 2011 auch 269 Fluence Z.E. einen Käufer gefunden. Doch der Erfolg könnte noch größer sein: Der ausgefallene Twizy taucht in der Statistik nicht auf – er zählt offiziell als Quad.

  • Platz 3

    BMW: 1935 zugelassene Elektroautos

    Quasi aus dem Stand schafft es BMW auf das Treppchen. Obwohl der i3 erst im November 2013 auf den Markt gekommen ist, brachte er es bis Jahrsende auf 559 Zulassungen. Bis Ende Juni 2014 kamen 1376 weitere dazu.

  • Platz 2

    Volkswagen: 2050 zugelassene Elektroautos

    Beim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Doch mit dem Start des E-Up und des E-Golfs stiegen die Zulassungen rapide an. Im ersten Halbjahr 2014 lagen beide Modelle mit knapp über 500 Zulassungen fast gleichauf. Der E-Up konnte aber 2013 schon 785 Zulassungen absahnen, als der Elektro-Golf noch gar nicht auf dem Markt war.

  • Platz 1

    Daimler: 3612 zugelassene Elektroautos

    Die Kleinwagenmarke Smart führt Daimler an die Spitze. Die drei Zulassungen des sündhaft teuren Elektro-SLS sind vernachlässigbar, ebenso die Elektro-B-Klasse. Den Großteil holt Daimler mit dem Smart electric drive, von dem alleine 2013 fast 1900 Exemplare zugelassen wurden. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.

    Quelle: Statista.de, Stand 1. Halbjahr 2014

Noch bei der Hauptversammlung vergangene Woche hatte Musk gesagt, zu wenige Autohersteller würden „ernsthafte“ Elektroautos anbieten. Zudem versprach er, etwas dagegen tun zu wollen – was er jetzt mit der Aufgabe der Patente getan hat. Die Aktien des Unternehmens legten nach der Ankündigung um etwa 0,6 Prozent zu. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs der Papiere um rund 36 Prozent.

Batterie-Patente bleiben außen vor

Tesla hält insgesamt mehr als 160 Patente, unter anderem Systeme, die Batterien vor dem Überladen schützen sollen oder verbesserte Rotor-Konstruktionen in Elektromotoren. Die letzten öffentlich zugänglichen Patentanmeldungen des Autobauers beziehen sich laut der Website des US-Patentamts auf Computer-Nutzer-Schnittstellen und einen speziellen Anschluss für Not-Wartungen an Hochenergie-Batterien.

Ob Musks Vorstoß den Durchbruch für die Batterietechnik bringt, ist allerdings offen. Denn die Patente des Panasonic-Konzerns, der alleiniger Produzent in der von Tesla geplanten Batterie-Fabrik werden soll, bleiben außen vor. Das Angebot ist außerdem keine aktive Öffnung. Musk sagte, das Unternehmen werde nur niemanden rechtlich behindern, der "unsere Technologie nutzen will". Ähnlich handhabt es bereits Twitter. Der Internet-Konzern verfolgt keine Patentverstöße mehr aktiv, behält sich aber das Recht vor, sie zur Verteidigung einzusetzen, wenn andere Firmen Twitter verklagen.

Elektro-Autos Tesla will Supercharger-Modell für alle

Noch immer gibt es kein einheitliches Konzept, um Elektroautos zu laden. Angeblich wagt Tesla-Chef Elon Musk den nächsten Vorstoß. Ein cleverer Schachzug?

huGO-BildID: 34623215 epa04019274 A Tesla car is plugged in during the opening of the first Supercharger station for electric cars in the Netherlands, in Oosterhout, 13 January 2014. According to Tesla, Superchargers provide half a charge in about 20 minutes. EPA/LEX VAN LIESHOUT +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Tesla und BMW beraten über Entwicklung von Elektroautos

Zugleich wurde bekannt, dass Tesla künftig enger mit dem deutschen Autobauer BMW zusammenarbeiten will. Manager beider Unternehmen hätten sich am Mittwoch getroffen, erklärte BMW am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei diskutiert worden, wie die Entwicklung der Elektromobilität international vorangetrieben werden könne. Dabei sei auch das Netzwerk von Schnell-Ladestationen an Autobahnen ein Thema gewesen, das Tesla bereits mit der Deutschen Bahn aufbaut.

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Zudem plant Tesla laut einem Medienbericht eine Fabrik in Europa. Sobald das Unternehmen mehr als 160.000 Fahrzeuge auf dem Kontinent verkaufe, sei dies sinnvoll, sagte Vorstandschef Musk „Automotive News“ laut Bericht vom Donnerstag. „Meine Ambitionen für Europa sind, dass wir eine vergleichbare Zahl von Autos in Europa wie in den USA verkaufen.“

In diesem Jahr will Tesla seinen Absatz verdoppeln, nachdem 2013 weltweit rund 24.000 Autos verkauft wurden. Etwa drei Viertel des Umsatzes werden in den USA erlöst, der Rest in Europa. Bereits 2015 oder spätestens 2016 solle ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Großbritannien eröffnet werden, sagte Musk. Auch das Werk in den Niederlanden, wo die Batterien für die aus den USA importierten Tesla-Fahrzeuge wieder eingebaut werden, solle erweitert werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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