Schwache Binnennachfrage: Auftragseinbruch in der Industrie

Schwache Binnennachfrage: Auftragseinbruch in der Industrie

Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern ist im November unerwartet stark zurückgegangen. Die Aufträge schrumpften um 2,4 Prozent zum Vormonat.

Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern ist im November unerwartet deutlich zurückgegangen. Die Aufträge schrumpften um 2,4 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 0,7 Prozent gerechnet. Im Oktober hatten die Bestellungen noch um 2,9 Prozent zugelegt, im September um 1,1 Prozent.

Das Ministerium blickt dennoch optimistisch nach vorn. „Insgesamt entwickeln sich die Bestellungen in der Industrie seit Mitte des Jahres wieder leicht positiv, trotz des aktuellen Rückgangs“, hieß es. „Die Aufhellung der Stimmungsindikatoren in der Industrie zum Jahresende unterstreicht diese Einschätzung.“ Zuletzt war der Ifo-Konjunkturindex - der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft - zweimal in Folge gestiegen.

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Das BIP wird neu berechnet

  • Neue Kalkulations-Vorschrift

    Ab September wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU nach einer neuen Regel kalkuliert. Das Statistische Bundesamt hat das deutsche Wirtschaftswachstum bereits im zweiten Quartal 2014 nach der neuen Vorschrift berechnet – und gleichzeitig auch die Daten zurück bis 1991 angepasst.

  • Das Ergebnis

    Im Durchschnitt fällt das nominale BIP nun rund drei Prozent höher aus als bisher.

  • Was hat sich geändert?

    Die quantitativ wichtigste Änderung betrifft die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Bisher wurden die Ausgaben hierfür als Vorleistungen behandelt, künftig gehen sie als Investitionen in die BIP-Berechnung ein. Letzteres gilt auch für die Anschaffung militärischer Waffensysteme. Selbst illegale Aktivitäten wie der Verkauf von Drogen steigern ab jetzt als Schätzwert das Bruttoinlandsprodukt.

  • Die Folgen

    Obwohl dem Anstieg des BIPs ein rein statistischer Effekt zugrunde liegt, hat die Umstellung auch politische Auswirkung. So dient das Bruttoinlandsprodukt als Referenzgröße für die Verschuldungskriterien der Euro-Länder (höchstens drei Prozent Defizit, 60 Prozent Schuldenstand). Das höhere BIP lässt also mehr Spielraum für Neu- und Gesamtverschuldung, frühere Kredite wirken harmloser. Die neue Schuldenstandsberechnung steht noch aus. Nach einer Prognose der Deutschen Bank sinkt der Wert für Deutschland für 2013 von 78,4 Prozent auf rund 76 Prozent.

„Das sieht erstmal nicht so toll aus, ist aber auch kein Beinbruch“, kommentierte Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe in einer ersten Analyse. Nach zwei Monaten mit recht kräftigen Zuwächsen, sei so ein Rückprall normal. „Die Stimmungsindikatoren wie der Ifo signalisieren, dass die deutsche Wirtschaft auch im vierten Quartal gewachsen ist. Der Trend zeigt insgesamt weiter noch oben.“

Trübe Konjunkturaussichten DIHK erwartet schwierige Monate für die Industrie

Die deutsche Industrie- und Handelskammer rechnet wegen den schlechten Konjukturaussichten mit schwierigen Monaten für die Industrie. Die Unternehmen könnten mit Kurzarbeit reagieren.

In einigen Unternehmen könnten die trüben Konjunkturaussichten zu Kurzarbeit führen. Quelle: dpa

Die Bestellungen aus dem Ausland sanken im November um 0,7 Prozent - trotz umfangreicher Großaufträge aus dem Euroraum. Die Inlandsaufträge brachen um 4,7 Prozent ein, nachdem sie im Oktober noch um 5,9 Prozent zugelegt hatten. Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen nahm um 3,1 Prozent ab, die nach Vorleistungen wie Chemikalien um 2,3 Prozent. Die Bestellungen von Konsumgütern kletterten hingegen um 2,6 Prozent.

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