Schwache Firmen werden ausgesiebt: China fällt Todesurteil für kleine Solarunternehmen

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Schwache Firmen werden ausgesiebt: China fällt Todesurteil für kleine Solarunternehmen

China will seine überdimensionierte Solarindustrie gesundschrumpfen. Dazu macht die Regierung einen drastischen Schnitt: Künftig soll nur noch ein Viertel der Firmen unterstützt werden, frei nach dem Motto: "Der Schwächste fliegt."

Das chinesische Industrieministerium stellte zu Weihnachten eine Liste von lediglich 134 Produzenten von Silikonmaterialien, Solarpanelen und anderen Bestandteilen von Photovoltaikanlagen vor, gemessen an ihre Produktivität, Auslastung und ihren technischen Standards bezogen auf das Jahr 2012. Nur sie sollen künftig überleben, schreibt das Portal "asia.nikkei.com".

Im chinesischen Solarsektor gibt es Schätzungen zufolge mehr als 500 Unternehmen. Das bedeutet, dass rund drei Viertel der Firmen den Sprung nicht schafften. Für sie soll es keine Rahmenkredite von Finanzinstituten mehr geben, was die Beschaffung von Geld für sie sehr schwierig mache, berichtet das Portal unter Bezugnahme auf Insider. Zudem sollen sie nicht mehr berechtigt sein, Erstattungen für Exportgebühren einzustreichen - ein schwerer Schlag für die chinesischen Solarfirmen, die besonders vom Übersee-Geschäft abhängig sind.

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Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.

Die Maßnahmen sollen helfen, die Überkapazitäten der chinesischen Solarindustrie zu beseitigen, zitiert das Portal Jian Xi, CEO des Marktführers JA Solar. Die Liste der Firmen soll alle sechs bis zwölf Monate anhand der Geschäftsentwicklungen und Technikstandards überarbeitet werden.

Die chinesische Solarindustrie leidet seit 2012 unter der schwindenden Nachfrage aus Europa, dem weltgrößten Markt für Solarzellen und Co. Die Handelsstreitigkeiten um Strafzölle mit den USA und Europa kommen hinzu. Viele mittelständische Unternehmen könnten sich nur durch die Unterstützung der lokalen Regierungen über Wasser halten, berichtet "asia.nikkei" weiter. Die drastische Maßnahme der chinesischen Regierung, Firmen mit schwacher Performance auszusieben und ihre Fortführung zu behindern, wird dennoch als ungewöhnlich bewertet.

Weitere Artikel

Die Subventionen Chinas für Exporthersteller von Solarmodulen gerieten bereits im Sommer vergangenen Jahres ins Visier der EU-Kommission. Die Hersteller hätten unfaire Vorteile in Form von günstigen Steuersystemen, billigen Krediten und ähnlichen Vorzügen, kritisierte Brüssel Ende August, und erwog Strafen wegen unerlaubter Staatshilfen. Zunächst seien die Vorwürfe an die Regierung in Peking weitergegeben worden. Ob die nun ergriffenen Maßnahmen mit der EU-Kritik zusammenhängen, ist unklar.

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