Schwaches Raffineriegeschäft : Ölkonzern BP verdient weniger

Schwaches Raffineriegeschäft : Ölkonzern BP verdient weniger

Ein Verlust im Raffineriegeschäft macht dem britischen Ölkonzern BP zu schaffen. Dazu kommen weitere Belastungen durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2011.

Die maue Weltkonjunktur und der Schiefergas-Boom in den USA setzen auch dem britischen Ölmulti BP zu. Vor allem die branchenweite Schwäche bei der Weiterverarbeitung von Erdöl bekommt der Konzern dabei zu spüren. Schwere Einbußen im sogenannten Raffineriegeschäft ließen den um Sonderposten bereinigten Gewinn im vierten Quartal den Angaben von Dienstag zufolge binnen Jahresfrist um 28 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar einbrechen. Damit konnte sich BP nicht den Problemen entziehen, die auch den drei anderen westlichen Ölgiganten Exxon Mobil, Chevron und Shell zu schaffen machen. Die Gewinne sprudeln zwar noch, doch im Vergleich zu den Vorjahren längst nicht mehr so kräftig.


Denn die maue Weltkonjunktur drückt auf den Ölpreis und auf die Nachfrage im Raffineriegeschäft, auch weil die USA wegen des dortigen Fracking-Booms viel Öl und Gas aus Schiefergestein fördern und weniger von dem Rohstoff importieren. Die Anlagen, in denen Erdöl etwa zu Benzin, Diesel, Heiz- oder Schmieröl veredelt wird, leiden daher unter Überkapazitäten, was auf die Margen drückt und zu einem Preiskampf mit russischen und asiatischen Rivalen führt. Zugleich steigen die Kosten, neue Vorkommen zu finden und zu erschließen.

Beim US-Branchenprimus Exxon war der Quartalsgewinn überraschend kräftig um 16 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar gefallen, beim heimischen Rivalen Chevron um 32 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Der europäischen Konkurrenz setzt die Entwicklung noch stärker zu. Beim britisch-niederländische Rivalen Shell halbierte sich der Überschuss fast auf 2,9 Milliarden Dollar. Während Shell nun auf einen Sparkurs schwenkt und den Verkauf von Geschäftsteilen vorantreiben will, setzt Exxon verstärkt auf die Erschließung neuer Vorkommen, um die versiegenden Quellen zu ersetzen.

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BP konnte einen Teil der Einbußen mit höheren Einnahmen aus einer Kooperation mit dem russischen Ölriesen Rosneft ausgleichen. Diese Beteiligung steuerte 1,1 Milliarden Dollar zum Konzerngewinn bei. Dieser übertraf damit knapp die Prognosen von Branchenexperten, die einen noch stärkeren Einbruch befürchtet hatten. Allerdings bekommt BP noch immer die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor knapp drei Jahren zu spüren, bei der elf Menschen starben und weite Teile der US-Küste verschmutzt wurden. Die Kosten der Ölpest summieren sich inzwischen auf 42,7 Milliarden Dollar, 200 Millionen Dollar mehr als vor einem Jahr.

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