SGL: Carbonhersteller kann Verlust verringern

SGL: Carbonhersteller kann Verlust verringern

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Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks in Meitingen.

von Jürgen Salz

Nach drei Krisenjahren sieht der Wiesbadener Technologiekonzern SGL Carbon leichte Signale der Besserung. Die Nachfrage nach Carbonfasern, die etwa im BMW i3 verwendet werden, steigt.

Im ersten Quartal verringerte sich der Nettoverlust bei SGL Carbon gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel. Das ist nach drei Krisenjahren mit zahlreichen Gewinnwarnungen schon mal eine gute Nachricht.

Allerdings haben sich die Geschäftsaussichten kaum gebessert. Dass die Zahlen weniger rot ausfallen als im vergangenen Jahr, liegt vor allem am Sparprogramm von Vorstandschef Jürgen Köhler. In den vergangenen Jahren hat sich SGL von 1400 der weltweit 6000 Beschäftigten getrennt. Insgesamt will der Wiesbadener Technologiekonzern 240 Millionen Euro einsparen.

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Einen Hoffnungsschimmer lieferte das Carbon-Geschäft. Gemeinsam mit BMW liefert SGL das Carbon für das Elektroauto i3; das Material ist hart wie Stahl, aber deutlich leichter. Die Verbindung der beiden Unternehmen ist eng: BMW-Großaktionärin Susanne Klatten aus der Quandt-Dynastie ist Aufsichtsratsvorsitzende bei SGL.

Die Geschäftsentwicklung von SGL

  • Grafitelektroden

    Umsatz 2013: 596 Millionen Euro

    Gewinn 2013: 64 Millionen Euro

    Umsatz 2014: 429 Millionen Euro

    Gewinn 2014: 16 Millionen Euro

    Die Zahlen beziehen sich jeweils auf den Zeitraum Januar-September

  • Grafit-Spezialitäten

    Umsatz 2013: 225 Millionen Euro

    Gewinn 2013: 15 Millionen Euro

    Umsatz 2014: 265 Millionen Euro

    Gewinn 2014: 29 Millionen Euro

    Die Zahlen beziehen sich jeweils auf den Zeitraum Januar-September

  • Carbon

    Umsatz 2013: 183 Millionen Euro

    Gewinn 2013: -21 Millionen Euro

    Umsatz 2014: 214 Millionen Euro

    Gewinn 2014: -18 Millionen Euro

    Die Zahlen beziehen sich jeweils auf den Zeitraum Januar-September

Der Umsatz in dem Geschäftsbereich stieg im ersten Quartal um 16 Prozent; der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen verbesserte sich von minus 6,9 Millionen Euro auf minus 0,7 Millionen Euro. In den anderen beiden Geschäftsbereichen - Grafitelektroden (zum Schmelzen von Stahl) sowie Grafitspezialitäten – sieht es weiter mau aus.

Für das Gesamtjahr 2015 rechnet Vorstandschef Köhler mit einer „deutlichen Verbesserung“ des operativen Ergebnisses.

Allzu viele Hoffnungen sollten sich Aktionäre nicht machen. Schwarze Zahlen sind auch in diesem Jahr nicht zu erwarten.

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