Was die Bushersteller vom geforderten Brandschutz halten

Sicherheit in Reisebussen: Was die Bushersteller vom geforderten Brandschutz halten

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Sicherheitsexperten fordern strengere Brandschutzvorkehrungen bei Reisebussen.

Das Busunglück auf der A9 hat Sicherheitsexperten aufgeschreckt. Sie fordern strengere Brandschutzvorkehrungen. Die Bus-Hersteller reagieren skeptisch.

Fast jeder in Deutschland hat von dem tragischen Unfall gehört, bei dem auf der A9 im oberfränkischen Münchberg ein Reisebus mit einem Lkw zusammenstieß. Der Reisebus brannte völlig aus, 18 Menschen starben, 30 Insassen erlitten schwere Verletzungen. Die Gründe für die schnelle Ausbreitung des Feuers sind aber noch unklar und müssen ermittelt werden.

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes sieht aber einen Zusammenhang zu einem altbekannten Problem: Die Innenausstattung der Reisebusse. Für Busse müssten die gleichen Material-Vorschriften gelten wie für Bahnen, fordert der Verein. Denn bei der Herstellung der Bahn-Innenausstattung seien die Materialien deutlich weniger brandgefährdet. Der Präsident der Vereinigung verkündet, dass die rasante Geschwindigkeit des Feuers mit den verwendeten Materialien bei der Herstellung zusammenhängen dürfte.

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Forderung nicht umsetzbar

Die Bus-Hersteller reagieren auf diese Forderung jedoch abweisend. Sie berufen sich einstimmig auf geltende EU-Vorschriften für die Zulassung von Kraftfahrzeugen. Ein Daimler-Sprecher erklärte zudem, dass die Forderung nach gleichen Materialien nicht umsetzbar sei, weil es große Unterschiede in der Herstellung der Kraftfahrzeuge und Züge gebe. Auch MAN verweist auf entsprechende EU-Regelungen. Hersteller MAN ergänzte, die die konkrete Unfallursache müsse erst geklärt werden.

Bus-Unglück in Bayern Willkür beim Bremsmanöver

Der Gesetzgeber hat schon vor zwei Jahren die Sicherheit für automatische Abbremssysteme bei Reisebussen erhöht. Die Umsetzung hängt aber vom Wohlwollen der einzelnen Busunternehmen ab.

Das Buswrack des verunglückten Reisebusses auf der Autobahn 9 bei Münchberg. Quelle: dpa

Dabei haben Hersteller die für Busse geltende Vorschrift zum Brennverhalten der verwendeten Materialien im Fahrgastraum („ECE R 118“)  in den vergangenen Jahren schrittweise verschärft. Weitergehende Änderungen für Neufahrzeuge, die die EU vorsieht, treten erst 2020 in Kraft. Die Erneuerungen sollen Voraussetzungen im Hinblick auf die Entflammbarkeit und das Brandverhalten der verwendeten Materialien im Innenraum von Bussen regeln. Außerdem soll die Verwendung feuerresistenter Isolationsmaterialien standardisiert werden.

Kein Handlungsdruck ohne neue Vorschriften

Solange es keine Aktualisierung der EU-Standards für Busse gibt, sehen sich die Hersteller nicht in der Pflicht, die Bauweise anzupassen. Sie versichern aber, dass ihre eigenen Experten fortwährend an Verbesserungsmöglichkeiten der Brandsicherheit arbeiten würden.

Der völlig ausgebrannte Reisebus auf der A9 gehörte zum niederländischen Hersteller VDL Groep. Auf Anfrage sagte ein Sprecher, dass die Materialien so ausgewählt wurden, dass alle Passagiere die Möglichkeit haben, den Bus bei Gefahrsituationen rechtzeitig zu verlassen. 18 Menschen genügte diese Möglichkeit jedoch – trotz Einhaltung der EU-Regelung – leider nicht.

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