Siemens-Aktie: Pokern um Alstom kann für Siemens-Anleger teuer werden

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Siemens-Aktie: Pokern um Alstom kann für Siemens-Anleger teuer werden

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Anleger leiden unter den unklaren Verhältnissen bei Siemens: Um finanziellen Spielraum zu bekommen wurde ein Aktienrückkaufprogramm auf Eis gelegt

von Anton Riedl

Noch ist nichts entschieden, doch je nachdem wie das Rennen um Alstom ausgeht, drohen den Aktionären von Siemens empfindliche Nachteile.

Mit Kursverlusten quittieren die Siemens-Aktionäre den Angriff von General Electric (GE) auf den französischen Konkurrenten Alstom und die Gegenoffensive von Siemens-Chef Kaeser. Noch ist nicht entschieden, wie das Rennen um Alstom ausgeht, doch Siemens-Aktionären drohen empfindliche Nachteile.

Aktieninfo Siemens Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters

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Bild: Bloomberg, Thomson Reuters

Sollte Siemens Alstom ganz übernehmen, dürfte der Preis für eine solche Kompletttransaktion deutlich über dem aktuellen Alstom-Börsenwert von 9,1 Milliarden Euro liegen. Bei zwölf Milliarden Euro zum Beispiel würde Siemens jeden Euro Jahresumsatz von Alstom mit 60 Cent bezahlen. Das ist zwar vergleichsweise günstig, hat aber auch einen Grund: Die Nettorendite von Alstom (Reingewinn vom Umsatz) lag zuletzt ein Drittel unter der von Siemens. Mit anderen Worten: Alstom käme Siemens zwar auf den ersten Blick nicht besonders teuer, doch würde der Zukauf so gar nicht in die aktuelle Effizienz-Strategie Kaesers passen. Und gerade an der Börse war die Aussicht auf steigende Renditen in den vergangenen Monaten das entscheidendes Argument für Siemens. Zusätzlicher Nachteil für Anleger: Um finanziellen Spielraum zu bekommen, wurde ein Aktienrückkaufprogramm auf Eis gelegt.

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Statt Alstom komplett zu kaufen, käme Siemens ein wechselseitiger Tausch von Unternehmenssparten günstiger. Das Energiegeschäft von Alstom ginge zu Siemens, umgekehrt die ICEs von Siemens zu Alstom. Allerdings besteht auch hier das gleiche Problem: Während Siemens im reinen Energiegeschäft zuletzt operative Margen von rund zehn Prozent erzielt hat, lagen sie bei Alstom deutlich darunter. Schlimmer noch: Gerade im Energiegeschäft brachen Alstom in den vergangenen Monaten die Aufträge zweistellig weg. Siemens bekäme also nicht nur ein wenig effizientes Geschäft, sondern müsste sich auch noch mit schrumpfenden Umsätzen herumschlagen.

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Und wenn es zu einem preistreibenden Bietergefecht zwischen GE und Siemens kommt? Solvent sind beide Konzerne. Siemens hat in der jüngsten Bilanz 8,9 Milliarden Euro Cash ausgewiesen, GE im internationalen Geschäft zweistellige Milliardenbeträge angesammelt. Für Siemens-Aktionäre wäre ein Wettlauf abermals schlecht, da er über einen höheren Kaufpreis die Investition in Alstom unrentabler machen würde.

Mit einer schnellen Lösung des Problems brauchen Anleger nicht zu rechnen. Aus industriepolitischen Gründen wird sich die französische Regierung das letzte Wort dazu vorbehalten, was aus Alstom wird. Für Siemens-Aktionäre stecken auch da wiederum zwei Kröten drin: Gehen große Teile von Alstom an Siemens, dürfte das mit Auflagen verbunden sein – etwa möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, egal, was es kostet. Das schmälert die Rendite. Sollte der Zuschlag an die Amerikaner gehen, hätte Siemens ebenfalls mit Zitronen gehandelt – und mit einer verstärkten GE einen gefährlichen Gegner im Energiegeschäft direkt vor der Haustür.

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