Siemens: Höhere Prognose trotz Auftragsflaute

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Siemens: Höhere Prognose trotz Auftragsflaute

Siemens kann dank kräftigen Zuwächsen seine Prognose aufstocken. Besonders das Geschäft mit Industriesoftware brachte dem Konzern Auftrieb. Probleme räumte Siemens allerdings bei der Kraftwerkstechnik ein.

Die wegbrechende Nachfrage nach Kraftwerkstechnik erreicht nun auch Siemens. Nachdem Konkurrenten bereits länger über eine Flaute in dem Geschäft klagen, müssen nun auch die Münchner wachsende Probleme einräumen. "Wir müssen um jeden Auftrag kämpfen, der Preisdruck ist groß", sagte Finanzvorstand Ralf Thomas am Mittwoch laut Redetext. Die Sparte verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen massiven Auftragseinbruch. Das Volumen der Neubestellungen ging binnen Jahresfrist um 40 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück. Besonders schlecht laufe es in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten. Aber auch in Amerika sei die Nachfrage rückläufig gewesen.

Trotzdem kann Siemens nach kräftigen Zuwächsen seine Prognose aufstocken. Die operative Marge im Industriegeschäft werde im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr bis zu 12 Prozent betragen, teilten die Münchner wenige Stunden vor der Hauptversammlung mit. Bisher waren sie von höchstens 11,5 Prozent ausgegangen. Das Ergebnis je Aktie werde sich auf bis zu 7,70 Euro belaufen, 50 Cent mehr als zuletzt veranschlagt.

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Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 kletterte der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft auch aufgrund von Steuer- und Sondereffekten um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs hingegen binnen Jahresfrist nur um ein Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang sackte sogar um 14 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro ab. Konzernchef Joe Kaeser äußerte sich unbekümmert. "Wir haben mit einem starken ersten Quartal und der deutlichen Anhebung der Jahresprognose ein klares Zeichen gesetzt", erklärt er.

Siemens Der Umbau ist noch lange nicht abgeschlossen

Vorstandschef Joe Kaeser zündet die nächste Raketenstufe seiner Vision 2020: Er will das hochprofitable Geschäft mit der Medizintechnik an die Börse bringen.

Joe Kaeser Quelle: REUTERS

Siemens hob vor allem die Zuwächse im Geschäft mit Industriesoftware hervor. Die Sparte digitale Fabrik erreichte erstmals das höchste Segmentergebnis - allerdings vor allem wegen eines Sondereffekts. Dadurch das Siemens sein Geschäft mit Technik für Elektroautos in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Autozulieferer Valeo einbrachte, verbuchten die Münchner Sondereinnahmen von 172 Millionen Euro.

Operativ lief es in vielen Bereichen gut. Die Windenergiesparte verdoppelte ihr Ergebnis. Die Gebäudetechnik verzeichnete ein Plus von fast 30 Prozent beim Gewinn, die vor dem Börsengang stehende Medizintechnik von 15 Prozent. Allerdings weist die vorab veröffentlichte Zwischenbilanz auch Schatten auf. Im Bereich Öl- und Gastechnik brach der Auftragseingang um 40 Prozent ein.

Die Anhebung der Prognose gab Siemens am Mittwochmorgen im vorbörslichen Handel Schub. Die Aktien stiegen bei Lang & Schwarz um 3,2 Prozent und lagen damit an der Dax-Spitze. "Das ist eine sehr positive Überraschung", sagte ein Händler. Die Profitabilität der Münchener sei sehr hoch. Die Anhebung der Prognose werde als starkes Signal für die Entschlossenheit des Managements gewertet.

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Mit seiner Attacke gegen Toyota hat Donald Trump mal wieder für Aufsehen gesorgt. Siemens-CEO Joe Kaeser befürchtet jedoch in Zukunft keinen Druck für sein Unternehmen durch die Trump-Administration.

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, sieht die Zukunft mit Trump als US-Präsident entspannt. Quelle: dpa

Aufsichtsrat möchte Snabe als neuen Siemens-Chefaufseher

Zudem sprach sich der Siemens-Aufsichtsrat für Jim Hagemann Snabe als neuen Chefaufseher des Elektrokonzerns aus. Im Anschluss an die Hauptversammlung Ende Januar 2018 soll Snabe zum Nachfolger von Gerhard Cromme gewählt werden, dessen Amtszeit dann endet, wie Siemens am Mittwoch zum Aktionärstreffen in München mitteilte. In seiner Sitzung am Vorabend habe der Aufsichtsrat die entsprechende Empfehlung des Nominierungsausschusses „zustimmend und einvernehmlich“ zur Kenntnis genommen.

„Herr Snabe verfügt über eine tiefe industrielle Expertise bei Software und Digitalisierung“, erklärte Siemens-Chefaufseher Cromme zu dem früheren SAP-Co-Chef. „Mit der Empfehlung stellen wir die Weichen für eine langfristige Nachfolgeplanung und Kontinuität im Siemens-Aufsichtsrat.“

Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat begrüßten die Entscheidung. „Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit Jim Hagemann Snabe“, erklärte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin und Aufsichtsratsvize Birgit Steinborn. „Er verfügt über große Erfahrungen im IT-Sektor und kann mit seiner Kompetenz das Unternehmen in der Digitalisierung voranbringen und die industrielle Basis, wo viele Beschäftigte arbeiten, stärken und weiterentwickeln.“

Zugleich betonte Steinborn: „Ich gehe davon aus, dass er auch die Interessen der Arbeitnehmer und die Mitbestimmung als wesentlichen Bestandteil des Unternehmens berücksichtigt.“

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