Siemens: Kaeser kündigt starkes Jahr an

Siemens: Kaeser kündigt starkes Jahr an

, aktualisiert 26. Januar 2016, 12:12 Uhr

Siemens-Chef Joe Kaeser zeigt sich zufrieden: Auftragseingang und Gewinn steigen im Quartal kräftig an. Schon vor der Hauptversammlung ließ er verlauten, die Prognose für dieses Geschäftsjahr werde angehoben.

Mit einem Feuerwerk guter Nachrichten hat Siemens seine Aktionäre überrascht. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn sind im ersten Quartal kräftig gestiegen. Vorstandschef Joe Kaeser hob vor der Hauptversammlung am Dienstag in München zudem die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr auf mindestens 5,3 Milliarden Euro an. Die Börse reagierte erfreut: Der Aktienkurs von Europas größtem Elektronikkonzern legte als einziger Dax-Wert zu.

„Wir sind sehr gut ins Geschäftsjahr gestartet“, und dank der vollen Auftragsbücher werde es trotz der sich weiter eintrübenden Weltwirtschaft „ein vergleichsweise gutes Jahr für Siemens“ werden, sagte Kaeser auf der Hauptversammlung.

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Die neun Divisionen von Siemens

  • Division Power and Gas

    Produkte und Anwendungen: Gasturbinen, Dampfturbinen, Energiegewinnung aus Schiefergas

    Umsatz 2014/2015: 13,2 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,4 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 10,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Wind Power and Renewables

    Produkte und Anwendungen: Windkraftanlagen

    Umsatz 2014/2015: 5,7 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,16 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 2,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 5-8 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Energy Management

    Produkte und Anwendungen: Stromübertragung, Kraftwerkssteuerung, Transformatoren

    Umsatz 2014/2015: 11,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,57 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 4,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Building Technologies

    Produkte und Anwendungen: Gebäudesicherheit, Brandschutz, Gebäudeautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 6,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,553 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 9,2 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-11 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Digital Factory

    Produkte und Anwendungen: Software zur Steuerung von Fertigungsprozessen, Industrieroboter

    Umsatz 2014/2015: 10,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,7 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 17,5 Prozent

    Angestrebte Marge: 14-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Process Industries and Drive

    Produkte und Anwendungen: Industrieautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 9,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,536 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 5,4 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-12 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Mobility

    Produkte und Anwendungen: Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Straßenbahnen, Zugleitsysteme

    Umsatz 2014/2015: 7,5 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,588 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 7,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 6-9 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Financial Services

    Produkte und Anwendungen: Finanzdienstleistungen

    Angestrebte Marge: 15-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Ralf Thomas

  • Eigenständige Division Healthcare

    Produkte und Anwendungen: Ultraschall, Computertomografen, Magnetresonanztomografen, Labordiagnostik

    Umsatz 2014/2015: 12,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 2,2 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 16,9 Prozent

    Angestrebte Marge: 15-19 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Der Konzernumbau sei weitgehend abgeschlossen, das Projekt- und Risikomanagement sei besser geworden, die Sonderbelastungen seien gesunken. Das Industriegeschäft laufe wieder sehr profitabel: „Wir nähern uns wieder an die Konkurrenz an.“ Das besonders profitable Geschäft mit der Digitalisierung von Fabriken - einer der neuen Tragpfeiler von Siemens - entwickle sich dank der starken Nachfrage aus Europa hervorragend und werde sich ab April beleben.

Einer der Wachstumsträger 2016 werde die Zugsparte sein. „Sie steht heute blendend da“, sagte Kaeser und verwies auf Aufträge von der Berliner S-Bahn, der algerischen Bahn und den in Aussicht stehenden Großauftrag der iranischen Bahn. In der Medizintechnik - im ersten Quartal der größte Gewinnbringer - sei „Siemens heute das Maß aller Dinge“, wie der Vergleich mit der Konkurrenz zeige, sagte Kaeser.

Im ersten Quartal schoss der Konzerngewinn um 42 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro hoch, wie der Konzern bereits am Montagabend mitgeteilt hatte. Im Vorjahr hatten Sonderfaktoren das Ergebnis belastet. Der Auftragseingang stieg um ein Viertel auf 22,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro, auch dank Rückenwind durch den schwachen Euro.

Kritik der Aktionäre Vor diesen fünf Hürden steht Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser hat mit der Anhebung der Prognose die Investoren überrascht. Trotzdem wird sich der Konzernchef auf der Hauptversammlung am Dienstag unangenehmen Fragen stellen müssen. Hier die fünf wichtigsten.

Siemens CEO Joe Kaeser Quelle: REUTERS

Nach mehreren Quartalen des organischen Umsatzrückgangs habe Siemens nun „die Trendwende eingeleitet“. „Ich gehe davon aus, dass wir diese Trendwende in zweiten Quartal deutlich verstärken“, sagte Kaeser. Das organische Umsatzwachstum - also die Steigerung der Erlöse aus eigener Kraft ohne Zukäufe - werde im Gesamtjahr größer sein als im ersten Geschäftsquartal: „Ich glaube, das ist eine sichere Wette.“

Siemens kauft US-Softwarefirma

Einen guten Teil des Quartalsgewinns stecken die Münchner gleich in die Übernahme der US-Softwareschmiede CD-adapco. Für den Kauf der Amerikaner, die auf Simulationssoftware für die Industrie spezialisiert sind, gibt Kaeser 970 Millionen Dollar aus. Damit verbreitert der Konzern seine florierende Sparte für Industriesoftware, die Siemens seit rund einem Jahrzehnt zusammenkauft.

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Im traditionellen Kerngeschäft hatte Kaeser im Weihnachtsquartal mehrere Überraschungen parat. Er verblüffte die Investoren mit Zuwächsen just in den Bereichen, in denen die meisten Konkurrenten über Einbrüche klagen. So lief das Kraftwerkssegment wesentlich besser als bei der Konkurrenz und von Industrieexperten erwartet. Getragen von einem Großauftrag aus Ägypten wuchs der Auftragseingang in der Sparte um fast die Hälfte, der Umsatz kletterte um ein Viertel. Allerdings räumte Siemens einen starken Preisdruck in dem Geschäft ein, der Gewinn legte binnen Jahresfrist nur um fünf Prozent zu.

Der Auftragseingang der Zugtechnik hat sich den Angaben zufolge mehr als verdoppelt, der Gewinn des Segments stieg um ein Viertel. Die hochrentable Medizintechnik, die traditionell moderate Zuwachsraten verzeichnet, legte beim Umsatz um 15 Prozent zu, der Gewinn kletterte sogar um ein Drittel. Ausgerechnet der schwächelnde Markt China bescherte der Medizintechnik, die derzeit vom Mutterkonzern abgespalten wird, kräftige Zuwächse.

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