Siemens-Rivale: General Electric hat aus Finanzkrise gelernt

Siemens-Rivale: General Electric hat aus Finanzkrise gelernt

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General Electric hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient. Der Überschuss klettert um 13 Prozent auf 3,55 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um drei Prozent auf 36,2 Milliarden Dollar. Das Unternehmen profitierte unter anderem von guten Geschäften mit Flugzeugmotoren.

General Electric hat sich bei Alstom gegen Siemens durchgesetzt. Dass die Amerikaner so hartnäckig waren, hat auch mit den Erfahrungen der Finanzkrise zu tun. Heute legte der Konzern Zahlen für das zweite Quartal vor.

General Electric hat zwei Weltkriege überstanden, die schwere Wirtschaftskrise ab 1929, die Ölkrisen in den 1970-er Jahren - aber so etwas wie die Finanzkrise 2008/2009 hat das Urgestein der US-Wirtschaft noch nicht durchstehen müssen. „Die Welt wurde auf Null gesetzt“, schreibt Konzernchef Jeff Immelt mitten im größten Sturm. „Die heutige Unsicherheit fühlt sich wie die neue Normalität an.“ Seine wichtigste Aufgabe sei es, „GE zu sichern und zu schützen“.

Die dramatischen Worte stehen im Geschäftsbericht des Jahres 2009. Und sie haben Konsequenzen. Immelt baut den Konzern seitdem radikal um. Er fährt das in guten Zeiten zwar hochprofitable, aber in schlechten Zeiten brandgefährliche Finanzgeschäft zurück. Dafür stärkt er das berechenbarere Industriegeschäft, die Keimzelle von General Electric. Der Zukauf des Energiezweigs von Alstom, den er dem Erzrivalen Siemens wegschnappte, ist sein Meisterstück.

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Der Wandel spiegelt sich in den Geschäftszahlen des zweiten Quartals wider, die General Electric am Freitag vorlegte: Insbesondere Turbinen zur Stromerzeugung, Anlagen zur Öl- und Gasförderung sowie Flugzeug-Triebwerke verkauften sich besser. Insgesamt legte der Umsatz des Industriezweigs um 7 Prozent zu und auch der Auftragsbestand wuchs. Dagegen schrumpften die Einnahmen im Geschäft mit Finanzdienstleistungen - ein Trend, der weitergehen dürfte. Immelt bringt Ende Juli die Sparte für Konsumentenkredite an die Börse und verkaufte jüngst das Bankgeschäft in Skandinavien.

Konzernweit stieg der Umsatz um 3 Prozent auf 36,2 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf unterm Strich 3,5 Milliarden Dollar.

„Mit der Herauslösung des Konsumentenkredit-Geschäfts und dem Alstom-Zukauf stellen wir das Unternehmen in einem mutigen Schritt neu auf für die Zukunft“, erklärte Immelt am Sitz in Fairfield im Bundesstaat Connecticut. Wo der Finanzzweig früher für die Hälfte der Gewinne sorgte, war es zuletzt nicht einmal mehr ein Drittel. Mit dem rund 12,4 Milliarden Euro schweren Alstom-Deal verschieben sich die Gewichte noch weiter in Richtung Industrie.

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Zwischenzeitlich hatte Immelt auch die Film- und Fernsehtochter NBC Universal verkauft. Nach Informationen von US-Medien sucht er zudem gerade einen Käufer für seine Haushaltsgeräte-Sparte. Die Vehemenz, mit der Immelt den Konzern auf das Industriegeschäft trimmt, kommt nicht von Ungefähr. „Das Bankensystem stand am Abgrund“, stellte Immelt damals fest. Wall-Street-Größen wie Lehman Brothers überlebten den Sturm nicht. Nur mit Mühe konnte das GE-Management verhindern, dass auch die eigene Finanzsparte in die Verlustzone rutschte. Doch der Konzern verlor sein legendäres Spitzenrating „Triple-A“. In der Folge gab Immelt die Devise aus: „GE muss zu allererst ein Industrieunternehmen sein.“ Der Alstom-Deal soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

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