Aktionäre haben das Nachsehen
Börsenkurse: Rutschpartie für Solaraktien
Aktienkurs von Q-Cells in Euro
Der einst größte Solarzellenherstellers der Welt ist bereits pleite. Es gelang nicht, einen Kapital- und Schuldenschnitt gegen die Altaktionäre und Anleihegläubiger durchzusetzen.
Aktienkurs von Centrotherm in Euro
Der größte deutsche Anbieter von Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Solarzellen versucht, neue Märkte wie etwa in Afrika zu erschließen. Außerdem will sich Centrotherm auf die Halbleitersparte zurückbesinnen, aus der das Unternehmen einst hervorging.
Aktienkurs von Solarworld in Euro
Noch hat das Unternehmen Reserven, aber ein Drittel des Eigenkapitals ist bereits aufgezehrt. Solarworld-Chef Frank Asbeck wehrt sich jetzt gegen die Geschäftspolitik der Chinesen und fordert Schutzzölle. Aber selbst wenn der deutsche Hersteller die Kosten massiv senkt und höhere Preise durchsetzt, ist eine Rückkehr in die Gewinnzone noch keine ausgemachte Sache.
Aktienkurs von Solon in Euro
Auch eine staatliche Bürgschaft über 146 Millionen Euro rettete das Unternehmen nicht: Mitte Dezember 2011 meldete Solon Insolvenz an. Es war nur die erste Pleite einen großen deutschen Herstellers. Die Aktie ist nur noch eine leere Hülle, Zocker spekulieren mit dem Papier im Centbereich auf eine Wiederbelebung des Börsenmantels.
Aktienkurs von Solar-Fabrik in Euro
Der Freiburger Hersteller von Premium-Solarmodulen hat mit Klaus Grohe, dem Ex-Chef des Sanitärherstellers Hansgrohe, sowie dem Schokoladenfabrikant Alfred. T. Ritter zwei schillernde Großaktionäre gefunden.
Aktienkurs von Centrosolar in Euro
In Wismar produziert die Münchener Centrosolar-Gruppe Sonnenstrom-Lösungen für private Haushalte nach dem Plug&Play-Prinzip. Im Ausland macht das Unternehmen mehr als 60 Prozent des Umsatzes. Der lag 2011 dennoch bei nur 293 Millionen Euro nach 403 Millionen im Vorjahr. Der operative Verlust (EBIT) betrug 13,2 Millionen Euro nach einem EBIT-Gewinn von 26,6 Millionen Euro im Vorjahr. Zumindest die liquiden Mittel konnten auf 25 Millionen Euro aufgestockt werden.
Aktienkurs von Conergy in Euro
Die Branchenkrise und der Konzernumbau haben das Solarunternehmen Conergy im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich wiesen die Hamburger einen Verlust von 162 Millionen Euro aus, nach einem Minus von 45 Millionen Euro im Vorjahr. Die Restrukturierung, zu der auch der Verkauf der Wechselrichtersparte an Bosch gehörte, und das Auslandsgeschäft sollen das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Finanzchef Jan Vannerum äußerte sich zuversichtlich, dass das Konzernergebnis 2013 leicht positiv ausfallen könnte, da die Restrukturierungsmaßnahmen bis dahin voll zum Tragen kämen. Conergy hatte zuletzt 2005 einen Gewinn erzielt und seitdem Verluste in Höhe von insgesamt rund 841 Millionen Euro ausgewiesen. Wie zum Teil schon Ende Januar auf Basis vorläufiger Zahlen berichtet, ging der Umsatz 2011 auf 754 Millionen Euro (Vorjahr: 914 Millionen Euro) zurück.
Aktienkurs von Phoenix Solar in Euro
Das Unternehmen aus dem bayrischen Sulzmoos plant, baut und betreibt Großkraftwerke für die Solarenergie. Überwiegend abhängig vom heimischen Markt sucht Phoenix Solar sein Heil im Ausland - ebenso wie viele andere. Am 25. April wird der Vorstand wohl einen Verlust von mehr als 40 Millionen Euro präsentieren.
Aktienkurs von Sunways AG in Euro
Das Unternehmen aus Konstanz ist erst kürzlich unter das Dach des chinesischen Herstellers LDK Solar geschlüpft. Die Bilanzpräsentation, die für den 30. März angekündigt war, verschiebt das Sunways deshalb.
Aktienkurs von Roth&Rau in Euro
Das börsennotierte Unternehmen stellt verschiedene Anlagen und Maschinen für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie her. Auch Roth & Rau ist in die Schieflage geraten und will bis Juni die Zahl der Mitarbeiter von 1250 auf 1150 reduzieren. Am Stammsitz in Sachsen ist die Zahl der Mitarbeiter seit Herbst bereits um etwa 50 auf 400 Beschäftigte gesunken.
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Aktienkurs von Q-Cells in Euro
Der einst größte Solarzellenherstellers der Welt ist bereits pleite. Es gelang nicht, einen Kapital- und Schuldenschnitt gegen die Altaktionäre und Anleihegläubiger durchzusetzen.
Für die Aktionäre bleibt vom Verkaufserlös nichts übrig. Auch Schulden aus Wandelanleihen will Hanwha nicht übernehmen. Dafür sollen rund drei Viertel der noch 1550 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Die Hanwha-Gruppe gehört mit einem Umsatz von etwa 27 Milliarden US-Dollar zu den größten Unternehmen Südkoreas. Das Solargeschäft des Konglomerats, mit Aktivitäten im Maschinenbau, Finanzen und Chemie, ist in der an der Nasdaq notierten Hanwha SolarOne mit Sitz in Shanghai gebündelt. Eine Gelddruckmaschine ist die erst im Aufbau befindliche Solarsparte des koreanischen Industriemolochs bisher allerdings nicht.
2011 hat die Spreu vom Weizen getrennt
Hanwha SolarOne verbuchte im Schlussquartal des vergangenen Jahres einen 32-prozentigen Umsatzrückgang, einen Betriebsverlust in Höhe von 123 Millionen Euro und einen Nettoverlust von rund 100 Millionen Euro. Der Absatz des Unternehmens brach im vierten Quartal des vergangenen Jahres um sechs Prozent ein, die durchschnittlichen Verkaufspreise sanken um 20 Prozent auf 77 Cent je Watt. Der Jahresumsatz sank insgesamt um 15 Prozent auf 780 Millionen Euro, die Umsatzrendite betrug minus 17 Prozent und der Nettoverlust lag bei 113 Millionen Euro.
2011 sei für die Branche ein Jahr der Anpassung und Konsolidierung gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende von Hanwha SolarOne, Ki-Joon Hong. „Große Produktionskapazitäten entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette sowie Kürzungen der Einspeisevergütung in den Schlüsselmärkten drückten die Verkaufspreise schneller, als die Investitionskosten sanken. Dadurch geriet unsere Rentabilität unter Druck.“
Mit Hanwha SolarOne und Q-Cells finden also ein schwächelndes und ein ausgeknocktes Unternehmen zusammen. Und der Dritte im Bunde passt derzeit hervorragend dazu: der Hamburger SV. Nach der Niederlage im Hanwha Solarcup gegen den CF Barcelona, dem Ausscheiden im DFB-Pokal und der Niederlage am 1. Bundesligaspieltag gilt der Hamburger Liga-Dino als potentieller Abstiegskandidat.
Gute Nachrichten für Angestellte
Seit 2011 ist Hanwha Exklusiv-Partner des HSV. Der bis 2013 laufende Sponsoringvertrag soll dabei helfen, die Marktanteile von Hanwha SolarOne in Deutschland zu steigern, erklärte Dong Kwan Kim, Managing Director und Mitglied der Eigentümerfamilie der Hanwha-Gruppe vor gut einem Jahr auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem HSV. Dafür lassen die Koreaner 850 000 Euro pro Jahr springen. „50 Prozent unserer solaren Produktion wollen wir in Deutschland absetzen“, sagte Kim seinerzeit. Mit Q-Cells dürften die Koreaner diesem Ziel einen Schritt näher kommen.
Während die Rettung von Q-Cells für den strukturarmen Standort um Bitterfeld-Wolfen und für jeden einzelnen Mitarbeiter, der seinen Arbeitsplatz behält, eine gute Nachricht ist, sieht es für die Aktionäre düster aus: Sie erhalten aus den Verkaufserlösen weder Ausschüttungen noch sonstige nennenswerte Vermögensvorteile.
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