Solarbranche: Q-Cells, Hanwha und der HSV

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Solarbranche: Q-Cells, Hanwha und der HSV

von Mario Brück

Der einstmals weltgrößte Solarzellenproduzent Q-Cells wird vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen. Zwei Bieter hatten sich bis zuletzt um das einstige Vorzeigeunternehmens der deutschen Solarbranche gebalgt.

Nachdem Insolvenzverwalter Henning Schorisch am Wochenende mit der südkoreanischen Hanwha schon handelseinig geworden war, hatte sich im letzten Moment noch das spanische Solarunternehmen Isofoton als Käufer ins Spiel gebracht. Nach einer ganztägigen Beratung hinter verschlossen Türen erteilten die 47 Abgesandten von Banken, Handwerksunternehmen, des Landes Sachsen-Anhalt und anderen Gläubigern dem koreanischen Industrieriesen mit großer Mehrheit den Zuschlag.

Ein Opfer des Preiskampfes

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Die einst als heißer Dax-Kandidat gehandelte Q-Cells mit rund 2300 Mitarbeitern hatte im April Insolvenz anmelden müssen. Danach ging die Suche nach Investoren los. Die Dünnschicht-Tochter Solibro mit 430 Mitarbeitern wurde im Juni bereits an den chinesischen Konzern Hanergy verkauft, der den Standort im sogenannten Solarvalley, einem Industriegebiet nahe der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, erhalten will. Weniger Glück hatte der insolvente Solarmodulbauer Sovello mit seinen einst 1200 Mitarbeitern. Gespräche mit potenziellen Investoren verliefen im Sand. Die Folge: Das Werk ist vor wenigen Tagen dicht gemacht worden. Sollte kein Investor mehr gefunden werden, wäre das das Aus für das Unternehmen, das früher im Besitz von Q-Cells und der norwegischen Renewable Energy (REC) war.

Wie geht es nun weiter für Q-Cells? Dazu gehört nicht allzu viel Fantasie. Es dürfte bei Q-Cells ähnlich ablaufen wie beim Wettbewerber Solon aus Berlin ­ die Parallelen sind augenfällig. Wir erinnern uns: Der Preiskampf in der Solarindustrie hatte im Dezember vergangenen Jahres als erstes prominentes Opfer den Berliner Modulhersteller in die Pleite gerissen. Ähnlich wie Q-Cells war Solon zuletzt weder Herr über seine Finanzen noch über seine Strategie. Im März wurde Solon dann vom arabisch-indischen Solarkonzern Microsol übernommen. Oder besser gesagt: auseinandergenommen.

Markenrechte sind das Ziel

Von Interesse war nämlich nicht der überschuldete Gesamtkonzern, sondern einzelne Teile der Gesellschaft wie Produktionsanlagen, Patente, Markenrechte, Kundenbeziehungen und Lieferverträge. Die Gläubiger gingen dagegen nahezu leer aus.

Ein ähnliches Vorgehen zeichnet sich nun auch bei Q-Cells ab. Hanwha wird wohl die Fabrik in Malaysia, Markenrechte und das Technologiezentrum am Stammsitz in Sachsen-Anhalt aus der Insolvenzmasse heraus kaufen. Auf der Basis des Kauf- und Übertragungsvertrages, sei mit einer Insolvenzquote von mindestens 20 Prozent zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

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