Solarkonzern: SMA kündigt Stellenabbau an

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Solarkonzern: SMA kündigt Stellenabbau an

Der Solarkonzern erwartet ein Fortsetzung der Umsatztalfahrt, für das kommende Jahr befürchtet SMA gar einen Verlust. Bis zu 450 Mitarbeiter und 600 Zeitarbeiter werden gehen müssen.

Der Preiskampf und die Subventionskürzungen in der Solarbranche setzen dem größten deutschen Solarkonzern SMA immer stärker zu. Das Unternehmen erwartet im kommenden Jahr eine weitere Talfahrt seiner Umsätze und befürchtet, dann auch in die roten Zahlen zu rutschen. Der Vorstand um Pierre-Pascal Urbon kündigte deshalb am Donnerstagabend an, sich von einem großen Teil seiner Beschäftigten zu trennen. Schrittweise müssten weltweit 450 Mitarbeiter gehen, der Einsatz von 600 Zeitarbeitern werde beendet. SMA beschäftigt nach jüngsten Angaben mehr als 5500 Mitarbeiter.

SMA Solar hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen. Wegen der Förderkürzungen seien nun jedoch ein starker Markteinbruch und zunehmender Preisdruck zu erwarten. „Die Wachstumsimpulse der außereuropäischen Solarmärkte reichen nicht aus, um den erwarteten Nachfragerückgang in Europa zu kompensieren“, sagte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon laut Mitteilung. Auch mit Produktivitätsfortschritten und Innovationen könne kein Ausgleich geschaffen werden. „Im besten Fall rechnen wir 2013 mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis“, sagte Urbon.

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Der Vorstand will einen Verlust nicht ausschließen. Zu seiner Prognose vom August, im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 100 bis 150 Millionen Euro zu erwirtschaften, äußerte sich SMA am Donnerstag nicht. Der Umsatz werde 2013 auf 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro zurückgehen, erklärte das Unternehmen und bekräftigte, im laufenden Jahr werde der Umsatz auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro schrumpfen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch 1,7 Milliarden Euro erlöst.

Wen die US-Solarzölle am härtesten Treffen

  • Trina

    Das chinesische Unternehmen Trina muss statt bisher 4,73 Prozent nun rund 16 Prozent Antidumpingzoll auf seine Waren zahlen.

  • Suntech

    Suntech, größter Hersteller von Solarmodulen, muss statt bisher 2,9 Prozent nun 15 Prozent Strafzoll entrichten.

  • Wie viel die anderen zahlen

    Weitere Unternehmen, die nicht namentlich genannt wurden, müssen 15 Prozent Strafzoll bezahlen. 26 Prozent Strafzoll geht auf Produkte weiterer 59 Hersteller.

  • Der Höchstzoll

    250 Prozent - dieser Höchstzoll gilt für alle weiteren Hersteller, auch solche Firmen, die vom chinesischen Staat kontrolliert werden.

Vom Stellenabbau verschont bleibt die Entwicklung. SMA will hier im kommenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro investieren und damit wichtige Zukunftstechnologien vorantreiben. „Wenn es uns gelingt, durch technologische Innovationen die Herstellungskosten zu reduzieren und den Markt für Energiemanagement- und Solar-Diesel-Hybrid-Systeme zu erschließen, werden wir ab 2014 wieder zur Profitabilität zurückkehren können“, sagte Urbon.

Große Chancen sieht er laut SMA auch bei Photovoltaikanlagen der Kraftwerksklasse in den sonnenreichen Regionen. Zudem werde in Europa und Amerika der Anteil des Stroms aus der Photovoltaik-Anlage, den ein Haushalt selbst nutzen kann, stark an Bedeutung gewinnen. „Wir können uns gerade in diesem attraktiven Wachstumssegment durch innovative Technologien vom Wettbewerb absetzen und eine wirtschaftliche Energieversorgung ohne Förderung ermöglichen.“

Die im Technologieindex TecDax notierte Aktie brach im späten Handel an der Frankfurter Börse um zehn Prozent auf 23,25 Euro ein. Im Xetra-Handel hatte das Papier vor der Unternehmensmitteilung noch bei 26 Euro geschlossen.

Viele Solarfirmen sind pleite

Die Solarfirmen kämpfen an vielen Fronten: Neben Subventionskürzungen und der Konkurrenz aus China macht ihnen auch die Schuldenkrise in Südeuropa zu schaffen. Einige Hersteller mussten bereits ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen.

SMA ist der größte Anbieter von Wechselrichtern, die Gleichstrom aus Photovoltaik-Anlagen in den gebräuchlichen Wechselstrom umwandeln. Der Konzern aus Niestetal bei Kassel beliefert ein Drittel des Weltmarkts.

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