Solarmodulhersteller: Solon hofft trotz Insolvenz auf Rettung

Solarmodulhersteller: Solon hofft trotz Insolvenz auf Rettung

, aktualisiert 14. Dezember 2011, 15:57 Uhr
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Solon hofft trotz der Insolvenz noch auf eine Rettung.

Quelle:Handelsblatt Online

Solarmodulhersteller Solon hofft trotz der Insolvenz auf eine Rettung der Firma. Es bestünde theoretisch die Möglichkeit, dass neue Investoren einsteigen. In Deutschland sind 530 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

BerlinDie Mitarbeiter des Solarmodulherstellers Solon glauben trotz der Zahlungsunfähigkeit an eine Rettung der Berliner Firma. „Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Investoren einsteigen und wir die Insolvenz so überstehen“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sabine Lutze. Bis vor kurzem sei Solon mit zwei interessierten Investoren in Verhandlungen gewesen, sagte eine Firmensprecherin. Diese Gespräche seien jedoch vorerst gescheitert. Solon hatte am Dienstag beim Amtsgericht Charlottenburg Antrag auf Insolvenz gestellt.

Die Stimmung im Unternehmen sei sehr angespannt, sagte die Betriebsratschefin. „Die Kollegen sind enttäuscht und ängstlich, dass sie, gerade jetzt vor Weihnachten, kein Geld mehr bekommen“, erklärte Lutze.

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Deutschlandweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit 530 Mitarbeiter, 510 davon am Standort Berlin. Auch für die Tochtergesellschaften Solon Photovoltaik und Solon Investments in Berlin sowie die Greifswalder Solon Nord hat die Gruppe Insolvenz beantragt. Am Mittwochnachmittag sollte der Insolvenzverwalter in Berlin eintreffen.

Bis Ende September hat der Konzern in diesem Jahr bei einem Umsatz von 358,2 Millionen Euro bereits einen Verlust von 208,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu diesem Zeitpunkt wies Solon im Zwischenbericht eine Nettoverschuldung von 396 Millionen Euro aus.

Solon-Aktien büßten an der Börse an die 60 Prozent ihres Wertes ein. Auch auf die Kurse weiterer Solarfirmen strahlte die Insolvenz ab. Die Papiere des ebenfalls angeschlagenen Solarzellenherstellers Q-Cells lagen am Nachmittag mit über vier Prozent im Minus, Conergy-Aktien verloren rund drei Prozent. Der Kurs des Konkurrenten Solarworld, eine der größten deutschen Solarfirmen, legte hingegen zwischenzeitlich mit einem Plus von mehr als sechs Prozent kräftig zu.


Experte rechnet mit weiteren Pleiten

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, bedauerte die Solon-Insolvenz und forderte Planungssicherheit für die Branche. „Der Markt ist in Bewegung, und es wird zum Teil mit harten Bandagen gekämpft“, teilte Körnig mit. Umso wichtiger seien jetzt verlässliche Rahmenbedingungen. „Was die Solarindustrie momentan am wenigsten gebrauchen kann, ist eine erneute Förderdebatte“, sagte er mit Blick auf den Vorschlag von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), den Ausbau neuer Photovoltaik-Anlagen auf 1.000 Megawatt jährlich zu begrenzen.

Volker Quaschning, Professor für regenerative Energien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, rechnet nach der Solon-Insolvenz mit weiteren Pleiten in der Branche. „Im nächsten Jahr wird es ganz klar zu einer Marktbereinigung kommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Zum 1. Januar 2012 sinke erneut die Vergütung für Solarstrom in Deutschland. Statt 28,74 Cent bekommen Besitzer einer Photovoltaikanlage nur noch 24,43 Cent für jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz einspeisen. Laut Quaschning gibt es kaum eine Branche mit höherem Preisverfall.

Langfristig ist der Experte jedoch optimistisch. „In etwa fünf Jahren erwarten wir einen konsolidierten Markt, zwar mit weniger, dafür aber mit größeren Wettbewerbern“, sagte Quaschning. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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