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Sparprogramm: Druck auf den Siemens-Chef

von Matthias Kamp

Konzernchef Peter Löscher stellt am Donnerstag seinen Führungskräften ein umfangreiches Sparprogramm vor. Details sind noch nicht bekannt, doch fest steht: Die kommenden Monate werden nicht einfach.

General Motors-Chef Dan Akerson muss seit Jahren zusehen, wie seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall Geld verbrennen. Allein 2012 schlug im Europa-Geschäft ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) zu Buche. Damit sich das ändert, verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. Im Werk Bochum mit 3200 Mitarbeitern soll die Produktion dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt. Es wird aber nicht nur gespart. Akerson hat angekündigt, GM werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren.

Bild: REUTERS

Von einem „steinigen Weg“ sprechen Siemens-Chef Peter Löscher und sein Finanzvorstand Joe Kaeser seit einigen Monaten, wenn sie die Aussichten des Technologieriesen in der näheren Zukunft beschreiben. Der Konjunkturabschwung trifft die Münchner mit voller Wucht. Der Auftragseingang bei Siemens ist in den letzten Monaten regelrecht eingebrochen, und auch in den für Siemens so wichtigen Schwellenländern läuft es längst nicht mehr rund. Die Renditen in den meisten Konzernsparten befinden sich auf Talfahrt.

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Siemens muss sparen, und heute präsentiert Löscher seiner Führungsmannschaft im feinen Berliner Hotel Intercontinental die Streichliste. Etwa vier Milliarden Euro wolle das Unternehmen einsparen, haben die Analysten von J.P. Morgan ausgerechnet. Zwar dürften auch Jobs wegfallen, doch ist ein Stellenabbau nicht die Hauptstoßrichtung von Löschers Programm. Er nennt es Effizienzprogramm.

Anfang November wird Löscher der Öffentlichkeit den Plan vorstellen. Die Verwaltung dürfte verschlankt werden. Wahrscheinlich wird Siemens auch manche Aktivitäten in einigen der 190 Länder, in denen der Konzern aktiv ist, auf den Prüfstand stellen.

Siemens-Chef Löscher "Auch wir haben Fehler gemacht"

Der Siemens-Chef spielt die höheren Auftragseingänge bei Konkurrenten herunter, bedauert Entscheidungen in der Windenergie und fordert eine Umgestaltung des Strompreises.

Siemens-Chef Löscher: "Auch wir haben Fehler gemacht"

Auch die Konkurrenten der Münchner spüren das schwierigere konjunkturelle Umfeld, doch die Münchner trifft es härter als etwa ABB oder General Electric. Einige der Probleme bei Siemens sind offenbar hausgemacht. So erwies sich manch ein Zukauf als Flop. Der von Löscher geschaffene vierte Sektor Infrastruktur und Städte enttäuscht beim Geschäft bislang. Risiken bei der Anbindung von Windparks auf See hat Löscher, anders als etwa die Konkurrenz bei ABB, falsch eingeschätzt.

Nicht hundertprozentig hinter dem Chef

Und so werden erste Stimmen laut, die fragen, wie sich die Probleme bei Siemens mittelfristig auf Löschers weitere Karriere auswirken könnten. Vor fünf Jahren kam der Österreicher vom Pharmakonzern Merck zu Siemens und legte erfolgreich den Korruptionssumpf im Konzern trocken. Im Juli hat Löscher seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert.

Sicher, so lange Gerhard Cromme Vorsitzender des Aufsichtsrats ist dürfte die Position des Vorstandsvorsitzenden nicht gefährdet sein. Cromme holte Löscher 2007 an den Wittelsbacher Platz. Andererseits verfügt der Ökonom Löscher im Konzern über keine solide Hausmacht.

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In der Konzernzentrale sitzt Löscher räumlich getrennt von seinen Vorstandskollegen. Hermann Requardt, Chef des Sektors Medizintechnik, stehe nicht voll hinter Löscher, sagen Kenner des Konzerns. Requardt liefert mit seiner Sparte noch die beste Rendite ab.

Auch für Michael Süß, Vorstand für Energie, gilt, dass er nicht hundertprozentig hinter dem Chef steht, und zwischen Löscher und seinen Finanzvorstand Kaeser passe durchaus ein Blatt Papier, heißt es. Es sei zu früh von einer Palastrevolte zu sprechen, sagen Insider, doch fest steht: Löscher muss liefern. Die nächsten Monate dürften spannend werden.

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